Fr, 15. Dezember 2017

Brauchtums-Hit

08.08.2010 01:21

50.000 Besucher zelebrieren den Villacher Kirchtag

Der Villacher Kirchtag war heuer der größte aller Zeiten! Trotz Regens tummelten sich 340.000 Besucher am größten Brauchtumsfest Österreichs. Das bedeutet einen Besucherzuwachs von zehn Prozent. Zudem ging die Zahl der Straftaten um 40 Prozent zurück! Bilder vom Kirchtag sind in der Infobox zu sehen.

Gernot Bartl, der allgegenwärtige Villacher mit Schnauzbart und tiefer Stimme, der Samstag durch das Programm führte, kennt den Kirchtag: "4.000 Trachtenträger, 119 Gruppen, Teilnehmer aus Estland, Slowenien, Italien, Griechenland, ein zweistündiger Festumzug – das macht den Villacher Kirchtag zum größten Brauchtumsfest Österreichs."

Für die Draustädter ist es Pflicht, zum Kirchtag in Tracht zu kommen. Oder in etwas, das man für eine solche hält. Das heißt dann Landhausmode, Country-Stil oder Pleamle. Da wurde so manches Dekolleté zum Blickfang. Und so manche Männerwadln sprengten die Lederhosen.

Babylonisches und weltstädtisches
Bürgermeister Helmut Manzenreiter und "Villacher"-Direktor Clemens Aigner hielt es schon am Vormittag nicht mehr auf ihren Sitzen. Sie hielten es mit Heino und probierten es hoch auf dem gelben Wagen. Der zwar nicht gelb, aber mit ähnlich gefärbtem Getränk fassweise beladen war. Samstag, als 50.000 Besucher den Umzug bestaunten, hatte Villach, dieses Städtchen an der Drau, für Stunden etwas babylonisches, weltstädtisches. Diese Sprachverwirrung! Vom italienischen "bellissimo" zum steirischen "Soupa!"

A Gaudi musste allerorts sein
Was Kirchtagsverein und Bauerngman, dieser 1908 gegründete wohltätige Verein, zum 67. Mal auf die Beine gestellt hatten, konnte sich sehen lassen. Auch wenn die Lader um Großbauer Franz Teppan nach Stunden des Tuschens und Tanzens etwas fertig wirkten, a Gaudi musste jedenfalls und allerorts sein.

Hier schließt sich der Kreis vom Kirchtag zum Fasching, denn Letzterer wurde 1955 von den "Bauern" der "Gman" gegründet. Die übrigens im Zivilberuf alles mögliche sind, nur zumeist keine Bauern. Der irreführende Begriff dient von Anfang an als Synonym für Nachbarschaftshilfe, Verlässlichkeit und Aufrichtigkeit.

von Fritz Kimeswenger ("Kärntner Krone") und kaerntnerkrone.at

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