Mi, 22. November 2017

Blackberry-Zensur

10.08.2010 10:32

Saudi-Arabien erlaubt Messenger vorerst weiter

Saudi-Arabien erlaubt die Nutzung internetbasierter Dienste über den Blackberry vorerst weiter. Die Regulierungsbehörden gaben am Dienstag grünes Licht, nachdem sich der Smartphone-Hersteller Research in Motion (RIM) im Streit um die Datenkontrolle offenbar um Kompromisse bemüht hatte. In Verhandlungen mit RIM habe es Fortschritte gegeben, teilten die Behörden mit. Ob eine endgültige Einigung erzielt wurde, wurde nicht bekannt gegeben.

Die Aufsichtsbehörde CITC und die drei einheimischen Telekommunikationsunternehmen prüfen derzeit den Einsatz anderer Server, um die Blackberry-Problematik zu lösen. Anders als die übrigen Handy-Firmen lässt RIM seine Datenströme nicht über die Server eines lokalen Telefonanbieters laufen, sondern über eigene in Kanada und Großbritannien - und entzieht sich damit weitgehend der staatlichen Kontrolle.

Offiziell machen die Regierung und andere Staaten wie Indien oder die Vereinigten Arabischen Emirate ihre Kritik jedoch an Sicherheitsbedenken fest. Demnach könnten Terroristen die Technik zur Vorbereitung von Anschlägen nutzen.

Bereits am Samstag hatte der TV-Sender El Arabija berichtet, dass sich im Streit um die verschlüsselte Datenübertragung eine Lösung abzeichne. Demnach habe RIM akzeptiert, dass die saudiarabischen Behörden auf den Inhalt der Dienste künftig zugreifen dürfen. Zur Entschlüsselung der Blackberry-Dienste könne ein Server in Saudi-Arabien installiert werden.

Dienste vorübergehend abgeschaltet
Die Telekommunikationsbehörde CITC hatte vergangene Woche angekündigt, den Messenger-Dienst für die 700.000 Blackberrys im Land am Freitag abzuschalten. Die Sperrung dauerte dann aber nur vier Stunden - offenbar ein Warnschuss, um Druck in den Verhandlungen auszuüben. Auch die Vereinigten Arabischen Emirate hatten angekündigt, die verschlüsselten Funktionen der rund 500.000 Blackberrys im Land ab 11. Oktober zu sperren.

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