Do, 14. Dezember 2017

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07.08.2010 10:21

Schweigegelübde zu Austrittszahlen in Kirche

Die katholische Kirche hat sich in Österreich ein Schweigegelübde zu den derzeitigen Austrittszahlen auferlegt. Grund ist eine Umstellung bei der Veröffentlichung der Kirchenstatistik. Bisher wurden die offiziellen Zahlen für das Vorjahr Mitte August veröffentlicht, von nun an will man bis zum nächsten Jänner abwarten, um besser vergleichen zu können, so der Medienreferent der Bischofskonferenz, Paul Wuthe.

Wer Auskunft über die aktuellen Austrittszahlen in der katholischen Kirche erhalten will, stößt derzeit auf eine Mauer des Schweigens. Weder in den Diözesen noch in der Finanzkammer der Erzdiözese Wien erhält man Informationen zum Stand der Dinge.

Man wolle die endgültige Kirchenstatistik für ein Jahr statt im August des darauffolgenden Jahres immer erst sechs Monate später, im Jänner, präsentieren, heißt es dazu aus der Bischofskonferenz. Verglichen werden sollen diese Zahlen dann mit den aktuellen, wenn auch provisorischen, um so einen besseren Vergleich zu haben.

Kirche kämpft mit starker Austrittswelle
Die letzte Kirchenstatistik der Österreichischen Bischofskonferenz für 2008 wurde im August des vergangenen Jahres veröffentlicht. Damals betrug die Katholikenzahl 5,58 Millionen, was einem Rückgang von 23.691 Katholiken entsprach. Nun hat die Kirche abermals mit einer starken Austrittswelle zu kämpfen.

Nicht ganz unbeteiligt dürften dabei Krisen, aktuell ausgelöst durch das Bekanntwerden von Missbrauchsfällen, sein. Im Juni hatte der Leiter der Kirchenbeitragsstelle der Erzdiözese Wien, Josef Weiss, erklärt, es sei nicht unrealistisch, dass bis zu 80.000 Menschen die Katholische Kirche im Jahr 2010 verlassen.

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