Sa, 16. Dezember 2017

Unwetter im Ländle

06.08.2010 10:29

Vorarlberger in Auto gefangen, Frau (48) beim Zelten verletzt

Über Vorarlberg sind seit Donnerstagabend schwere Unwetter mit heftigen Regenfällen niedergegangen. In den Bezirken Dornbirn und Bregenz mussten die Feuerwehren zu Hunderten Einsätzen ausrücken. Mit der Rheintalautobahn (A14) und der Vorarlberger Straße (L190) waren zwei Verbindungen nach Bregenz nicht benützbar. In Lustenau musste ein Mann aus seinem von Wassermassen eingeschlossenen Auto geborgen werden, in Bregenz wurde eine Britin verletzt, als ihr Zelt von einer Windhose aus der Verankerung gerissen wurde.

Der Mann hatte auf der L41 eine wegen einer Überflutung veranlasste Straßensperre missachtet und war in den gesperrten Straßenabschnitt gefahren. Hier stand das Wasser aber teilweise einen halben Meter hoch. Deshalb blieb das Auto hängen und Wasser drang in das Fahrzeuginnere ein. Der Lenker wagte es daraufhin nicht mehr, das Fahrzeug zu verlassen. Die Feuerwehr musste den Mann und das Fahrzeug bergen.

Auf einem Campingplatz in Bregenz hat am Donnerstagabend eine Windhose das Zelt einer britischen Familie aus der Verankerung gerissen. Während die 48-jährige Mutter dabei verletzt wurde, kamen der Familienvater, die zwei Kinder und das Kindermädchen mit dem Schrecken davon. Die Frau wurde mit der Rettung ins Landeskrankenhaus Bregenz gebracht.

Verkehrschaos durch Straßensperren

Die Starkniederschläge in der Nacht auf Freitag haben im Ländle ein Verkehrschaos angerichtet. Infolge der abschnittweisen Sperre der Rheintalautobahn (A14) und der Vorarlberger Straße (L190) waren zwei leistungsstarke Verbindungen nach Bregenz nicht benützbar. Dementsprechend gab es kilometerlange Staus und ein Vorwärtskommen nur im Schritttempo.

Vom Starkregen besonders betroffen war die Region Dornbirn, demzufolge stand die A14 bei Dornbirn-Nord in Richtung Deutschland auf einer Länge von 100 Metern unter Wasser und musste gesperrt werden. Ebenfalls nicht befahrbar war die L190 zwischen Lauterach und Bregenz. Als "Nadelöhr" nach Bregenz blieb damit die Verbindung über Lustenau und Hard offen. Aufgrund der Verkehrsüberlastung kam man aber auch dort nur langsam voran. Kurz nach 8 Uhr reichte der Stau schon in das über zehn Kilometer von Bregenz entfernte Lustenau zurück.

Hunderte Feuerwehr-Einsätze
Über Nacht wurden die Vorarlberger Feuerwehren zu Hunderten Einsätzen gerufen. Rund 850 Feuerwehrleute kämpften gegen die Wassermassen. "Wir stehen jetzt bei 270 Einsätzen", hieß es um 8.30 Uhr bei der Rettungs- und Feuerwehrleitstelle (RFL). Zu dieser Zeit hatte der Regen aber bereits stark nachgelassen bzw. ganz aufgehört. "Es gibt einen deutlichen Rückgang an Alarmierungen. Die Situation müsste sich jetzt deutlich entspannen", zeigte man sich bei der RFL optimistisch.

Nach Angaben der Zentralanstalt für Meteorologie und Geodynamik in Bregenz fielen in der Landeshauptstadt in den vergangenen 24 Stunden 121,9 Liter pro Quadratmeter. Das ist ein Wert, wie er statistisch nur alle 30 Jahre verzeichnet wird. In Alberschwende im Bregenzerwald waren es 106,8 Liter, in Dornbirn 104,6 Liter.

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