Do, 23. November 2017

Die richtige Dosis

06.08.2010 10:55

Wie viel Fernsehen ist gut für dein Kind?

Kaum sitzt dein Kind vor dem Fernseher, ist es wie hypnotisiert. Es vergisst Zeit und Raum um sich herum, ist nicht mehr ansprechbar. Viele Eltern kennen dieses Phänomen und wollen dieser Entwicklung vorbeugen. Doch den TV-Konsum ganz zu verbieten, widerstrebt auch vielen. Nur: Wo ist das richtige Mittelmaß?

Gerade kleine Kinder sind vom Medium Fernsehen oft sehr fasziniert. Der Grund dafür ist, dass sie auf allen Sinnesebenen angesprochen werden. Beim Geschichtenerzählen bleibt es beim Zuhören, beim Fernsehen bekommen sie vielfältige Reize in Form von Bildern, Formen, Farben, Musik und Geräuschen dargeboten, die ihre ganze Konzentration fordert. Kinder haben ein natürliches Bedürfnis nach Tagträumen, das durch Fernsehen befriedigt wird. Sie gleiten in eine andere Welt, erleben Geschichten mit, lernen Helden kennen, identifizieren sich ab einem gewissen Alter mit den Figuren, können Situationen mitverfolgen, die sie im Alltag nie erleben werden.

Fernsehen für Kindergartenkinder
Zwischen drei und sechs Jahren brauchen Kinder sehr einfache Handlungen. Sie können Szenen nur dann mitverfolgen, wenn diese logisch zusammenhängen und einen durchgängigen Ablauf beschreiben. Rückblenden oder Zusammenhänge erschließen sich ihnen meist noch nicht. Die Charaktere sollten klar gut oder böse sein, denn Rollen, die gut tun, aber eigentlich böse sind, verstehen sie noch nicht. Weiters ist zu beachten, dass für Kinder auch das Gesehene im Fernsehen real ist. Sie können noch nicht zwischen Realität und Fiktion unterscheiden. Eine klassische Sendung, die für Kinder gut geeignet ist, ist "Die Sendung mit der Maus" oder "Biene Maja". Sie bietet kurze, einfache Szenen, keine schnellen Bildfolgen und verarbeitet einfache, altersgerechte Informationen.

Fernsehen für Volkschulkinder
Kinder ab sechs Jahren können schon zwischen Realität und Geschichten unterscheiden. Sie erkennen Zusammenhänge und können sich in die Fernsehfiguren hineindenken. Trotzdem sollten zu schnelle Bildfolgen und komplexe Zusammenhänge eher vermieden werden. Auch zu starke Emotionen wirken auf Kinder noch eher einschüchternd bzw. sind sehr aufwühlend. Speziell vor dem Schlafengehen sollte daher das Fernsehprogramm mit Bedacht ausgewählt und rechtzeitig der Fernseher abgeschaltet werden.

Empfohlene Fernsehdauer
Es ist nicht sinnvoll, Kinder ganz ohne Fernsehen aufwachsen zu lassen. Es ist ein Medium, mit dem sie in ihrem weiteren Leben immer wieder zu tun haben werden. Auch fördert es den sozialen Zusammenhalt, da es bei seinen Freunden mitreden kann. Kinder, die daheim nicht fernsehen dürfen, werden oft aus der Gruppe ausgeschlossen. Doch du kannst über die richtige Erziehung einen maßvollen Umgang erreichen. Viel hängt von deinem eigenen Fernsehkonsum ab. Hat dein Kind den Eindruck, dass nur Fernsehen einen Abend perfekt macht bzw. der Fernseher immer am Laufen ist, dann brauchst du dich nicht zu wundern, wenn es auch die ganze Zeit vor der Mattscheibe verbringt.

Bei kleineren Kindern im Kindergartenalter sollte der Fernseher für maximal 30 Minuten am Tag erlaubt sein. Achte während des TV-Konsums auf Signale der Überforderung, wie hektisches Nägelkauen, das Zuhalten von Augen oder Ohren. Denn dann drohen oft Albträume. Bekommt dein Kind dann nicht die Möglichkeit, mit dir das Gesehene zu besprechen, dann droht das Auftauchen von diffusen Ängsten, die sich in Albträumen äußern.

Achte darauf, dein Kind speziell in jungen Jahren nicht alleine fernsehen zu lassen und ihm keine Gewaltszenen zu zeigen. Das verkraften Kinder noch nicht. Auch Reality-Dokus wie etwa Notruf-Sendungen sind für Kinder noch nicht geeignet. Je nach Altersstufe gibt es unterschiedliche Empfehlungen, was Kinder verarbeiten können und wie du sie mit Hilfe des Fernsehens aber auch fördern kannst.

Denn bis zum Alter von zwei Jahren wird ohnehin mehr ferngehört als ferngesehen. Zu diesem Zeitpunkt kann Fernsehen – wohldosiert – auch den angenehmen Nebeneffekt haben, dass dein Kind besser lernt, ein bewegtes Bild in seiner Gesamtheit wahrzunehmen. Im Volkschulalter sind ca. 60 Minuten in Ordnung, darüber dann 90 Minuten. Bei interessanten Sendungen kann immer wieder einmal eine Ausnahme gemacht werden, wichtig ist der grundlegende Richtwert. Versuche, deinem Kind das Fernsehen nicht zu verbieten, sondern einfach seine Lust auf TV zu reduzieren, indem du interessante Alternativangebote bietest: Malen, Vorlesen, Singen, Basteln, Brettspiele,... Denn so wird dein Kind gar nicht auf die Idee kommen, sich vor den vergleichsweise langweiligen Fernseher zu setzen.

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