Do, 14. Dezember 2017

Alles im Keller

05.08.2010 19:08

Veranlagungstipps bei niedrigen Zinsen

Des einen Freud, des andern Leid: Während sich die Kreditnehmer über die anhaltend niedrigen Zinsen freuen, überlegen nicht wenige Sparer, ob es denn nicht bald mehr Sinn macht, ihr Geld unter der Matratze zu parken. Mit welchen Strategien du im Moment das Beste aus der Situation machen kannst, erfährst du hier.

Chance auf Verbesserung?
All jene, die auf eine rasche Verbesserung im Zinsniveau hoffen, sollten sich von diesem Gedanken loslösen. Die Zinsen werden voraussichtlich bis weit ins Jahr 2011 hinein auf dem aktuellen Niveau verharren. Für den 3-Monats-Euribor – dem Indikator für viele Kredite bzw. variable Spareinlagen – ist eine leichte Steigerung bis Jahresende zu erwarten, mit Leitzinsanhebungen durch die Europäische Zentralbank wird jedoch nicht vor nächstem Jahr gerechnet.

Das stellt Sparer vor eine ziemliche Herausforderung, denn die zuletzt veröffentlichten Inflationszahlen liegen bei etwa 2 Prozent, im Jahresschnitt für 2010 sind ca. 1,8 Prozent prognostiziert. Und somit liegt die Inflationsrate höher als die Zinssätze für kurzfristige Spareinlagen. Hier findet man aktuell kaum Angebote über 1,5 Prozent.

Genau vergleichen
Einmal mehr gilt die Devise: Vergleichen zahlt sich aus. Erkundige dich nach Aktionen bzw. Sonderkonditionen im Spareinlagenbereich. Dennoch sollte im kürzerfristigen Bereich nur deine finanzielle Reserve geparkt sein. Denn effektiv betreibst du hier derzeit Geldvernichtung, da die Inflation die Zinsen auffrisst und dein Kapital anknabbert.

Veranlagungsalternativen
Alternativen finden sich aktuell zum Beispiel im Bereich Bausparen. Bei einer Laufzeit von 6 Jahren sind die Zinsangebote durch die Aufbesserung über die staatliche Prämie oftmals in einem vergleichbaren Sparbuchbereich von ca. 4 bis 4,8%, staatliche Einlagensicherung inklusive.

Staatsanleihen sind ebenfalls eine sicherheitsorientierte Art der Veranlagung. Jedoch bieten sie kaum einen Mehrertrag gegenüber dem Sparbuch (mehr darüber erfährst du in der Infobox).

Eine ebenfalls beliebte Alternative sind Wohnbaubankanleihen. Das sind Anleihen, deren Volumen für hypothekarisch besicherte Wohnbauvorhaben von den Wohnbaubanken verwendet werden – daher auch sehr sicherheitsorientiert. Vorteil: Die Zinszahlungen dieser Art von Anleihen sind bis 4 Prozent steuerfrei. Nachteil: lange Laufzeiten von zehn Jahren und mehr. Interessierst du dich für eine Wohnbaubankanleihe mit fixem Zinssatz, solltest du dir ziemlich sicher sein, das Geld nicht vor Ablauf der Laufzeit zu brauchen. Denn steigen die Zinsen am Markt, wird der Kurs der Anleihe fallen und du würdest bei vorzeitigem Verkauf weniger als deine Einlage herausbekommen. Besser geeignet sind Anleihen mit variablen Koupons bzw. Kouponanteilen mit variabler Komponente. Diese zahlen aktuell zwar weniger an Zinsen, steigen aber bei ansteigendem Zinsniveau mit und gelten als kursstabiler, weil sie sich mit dem Nachfrageniveau mitbewegen.

Einst sehr beliebte Garantieprodukte sind derzeit kaum erhältlich. Der Hintergrund dafür ist ebenfalls das niedrige Zinsniveau. Denn bei einem Garantieprodukt werden meist etwa 80 bis 85 Prozent des Kapitals der Anleger in eine sogenannte Null-Koupon-Anleihe investiert, die zum Laufzeitende 100 Prozent des Kapitals garantiert. Aufgrund des niedrigen Zinsniveaus müssen derzeit aber mehr als diese 85% in die Hand genommen werden – es bleibt weniger übrig, um einen Ertrag zu erwirtschaften, zu wenig.

Für mutigere Anleger eignen sich nach wie vor Investmentfonds, die noch immer gute Einstiegschancen bieten – besonders im Bereich Emerging Markets, Indien, Südamerika, etc. Die Wirtschaftsdaten dieser Länder sind vielversprechend – man muss jedoch starke Nerven mitbringen und sollte nur sein Spielkapital hierfür in die Hand nehmen. Bei Anleihenfonds ist auf kurze Restlaufzeiten der Anleihen im Fonds zu achten, da dies stabilere Kurse verspricht.

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