Do, 23. November 2017

Causa Tierschützer

05.08.2010 15:12

Petrovic: Aktivisten werden wegen Erfolgs verfolgt

Mit 95,2 Prozent hat Österreich verglichen mit anderen EU-Ländern laut einer Statistik der EU-Kommission bei weitem den höchsten Anteil an alternativer Hennenhaltung. In diesem Erfolg der Tierschützer sieht Madleine Petrovic, Klubobfrau der NÖ Grünen und Präsidentin des Wiener Tierschutzvereins, auch "den wahren Grund, warum die Tierschutzbewegung in Österreich verfolgt wird": Man sei einfach zu erfolgreich und zu lästig geworden.

Am Landesgericht Wiener Neustadt läuft seit 2. März das Verfahren gegen 13 Aktivisten verschiedener Tierschutz-Organisationen. Der einzige Vorwurf, der nach fünf Prozessmonaten noch übrig sei, sei jener der kriminellen Organisation, führte Petrovic aus. Konkrete Straftaten würden den Angeklagten nicht angelastet. Dass die Tierschützer - wie ihnen auch im Verfahren oft vorgeworfen wird - wirtschaftlichen Druck ausgeübt hatten, stimme: "Ich stehe persönlich dazu und wir werden auch so weitermachen - natürlich mit legalen Mitteln", betonte die Politikerin.

Hintergründe siehe Infobox

Absurd sei, dass seitens der Polizei versucht wurde, die ehrenamtlich betriebene Kontrollstelle für artgerechte Tierhaltung als Finanzierungsstelle für die kriminelle Organisation darzustellen. Alles, was erwirtschaftet werde, bleibe in der Gesellschaft, "nicht ein Cent" werde an irgendwen ausgeschüttet. Kriminalbeamte hatten Kunden der Kontrollstelle, darunter Rewe und "Toni's Freilandeier", in der Vergangenheit mehrfach nach der Zusammenarbeit gefragt - ob man sie unter Druck gesetzt oder gar Gewalttaten angedroht hatte. Mit der Kontrollstelle selbst habe die Polizei laut Petrovic nie gesprochen.

Petrovic fordert Prozessbeobachter in Wiener Neustadt
Da die Arbeit der Ehrenamtlichen ständig bedroht sei oder behindert werde, sei es immer schwieriger, auch genügend Leute dafür zu finden. Es könne aber nicht sein, dass ein "Wiener Neustädter Sonderrecht" die Tierschützer "in die Knie zwingt", meinte Petrovic und forderte das Justizministerium auf, einen Prozessbeobachter zur Verhandlung zu entsenden. Anders als die NGOs hätten Wirtschaftskriminelle in Österreich nichts zu befürchten, klagte die Klubobfrau, weil die Behörden Angst davor hätten, dass Skandale in den Parteispitzen enden könnten.

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