Di, 12. Dezember 2017

"Massiver Eingriff"

04.08.2010 16:01

Obernberger-See: Luxushotel bedroht "Juwel" im Wipptal

Der Obernberger-See ist in Gefahr! Auf 3.000 Quadratmetern soll ein 40-Betten-Luxus-Hotel im nördlichen Teil des Wipptaler Kleinods entstehen. Bisher war eine Realisierung dieses Vorhabens mehr als fragwürdig. Die Gemeinde hat sich jedoch plötzlich dafür ausgesprochen. Tirols Landesumweltanwalt Johannes Kostenzer befindet den Bau als "äußerst kritisch".

Mitten im Wipptal liegt ein Natur-Juwel versteckt. Ein Kleinod, das in Zeiten der ständigen Urbanisierung als Erholungsgebiet für die Tiroler dient: Der Obernberger-See. Seit 1935 ist dieser als Schutzgebiet ausgewiesen, somit ist die "Eigenart und die Schönheit des Landschaftsraumes" gesetzlich zu bewahren.

Genau dieses Landschaftsbild ist nun in Gefahr: Ein Hotelkomplex soll am nördlichen Rand des Sees, dort wo derzeit das verlotterte Gasthaus steht, errichtet werden. Dieses Projekt ist kein Novum, doch eine Realisierung hielten nur wenige für möglich.

Die Gemeinde gab nun plötzlich "grünes Licht". "Das Projekt liegt bei der Bezirkshauptmannschaft Innsbruck und befindet sich in der Raumordnungsprüfung", bestätigte Landesumweltanwalt Kostenzer der "Krone". Grundvoraussetzung für die Hotel-Errichtung ist, dass sich der Bau auf die bestehende Gasthof-Parzelle begrenzt. Nun beurteilt ein Sachverständiger, ob der Wellness-Tempel mit 40 Betten den Richtlinien des Naturschutzgesetzes entspricht.

"Ein zu massiver Eingriff in die Landschaft"
Liegt dieses Gutachten vor, kommt der Landesumweltanwalt ins Spiel: "Wir werden eine Stellungnahme abgeben. Ob wir ein Rechtsmittel ergreifen, kann ich noch nicht sagen", so Kostenzer. Der passionierte Naturschützer beäugt das Projekt kritisch: "Diese Hotel-Planung ist ein zu massiver Eingriff in die Landschaft. Außerdem geht mit dem Hotel-Betrieb sicherlich eine Intensivierung des Verkehrs einher, was eine unzumutbare Belastung darstellt." Derzeit sind pro Tag sieben Fahrten für die Zulieferung zum Gasthof genehmigt. "Das wird für dieses Hotel sicher nicht ausreichen", glaubt Kostenzer.

Der Bezirkshauptmann erwartet bis September eine Entscheidung der Gutachter. Baukosten: 5 Millionen Euro, Baubeginn: Frühjahr 2011.

von Matthias Holzmann, Tiroler Krone

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