Mo, 11. Dezember 2017

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04.08.2010 15:26

Dreiste Schlepper-Organisation von Polizei zerschlagen

Österreichische Ermittler haben gemeinsam mit ungarischen Beamten eine Schlepperorganisation zerschlagen, die überwiegend Iraner und Afghanen auf dem Landweg durch mehrere europäische Staaten nach Übersee schleuste. Anfang Juli hat das Landeskriminalamt Wien und das Bundeskriminalamt (BK) sechs Männer in Wien ausgeforscht und festgenommen.

Darunter befindet sich auch einer der Haupttäter. Ein weiterer Kopf des Rings dürfte in der Türkei untergetaucht sein. Nach ihm wird noch gefahndet, sagte Gerald Tatzgern, Leiter des Büros für Menschenhandel- und Schleppereibekämpfung im BK.

Tipp bringt Ermittlungen ins Rollen
Den Männern, für die in Wien die Handschellen klickten, werden zumindest zehn Schleppungen angelastet. Die Dunkelziffer dürfte weit höher sein, aber "nicht dreistellig", betonte Tatzgern. Für eine Schleppung kassierten die Menschenhändler zwischen 5.000 und 7.500 Euro.

Die Ermittlungen laufen bereits seit November 2009. Damals kam ein Hinweis aus Ungarn, demnach ein Afghane "Leute mit gefälschten Reisepässen und Führerscheinen versorgen soll", schilderte Tatzgern. Der Verdächtige soll in Bunkerwohnungen in Wien geschleppte Menschen - vorwiegend alleinstehende Männer unter 40 Jahren - mit Dokumenten zur Weiterreise ausgestattet haben.

Alpenrepublik als "Organisationsland"
Die Route der Schlepper führte zunächst über die Türkei nach Griechenland. Dort streute sich der weitere Transportweg entweder nach Mazedonien und Bulgarien oder über den Balkan, Serbien und Ungarn. Die Alpenrepublik war "Organisationsland", sagte Tatzgern. Von dort aus führte die Route weiter nach Spanien, Ziel dürfte hauptsächlich Kanada und die USA gewesen sein. Die Menschenhändler sollen nach Angaben der Polizei international agiert haben. Ermittlungen laufen derzeit noch in Ungarn und in Deutschland, Informationen wurden auch mit Spanien ausgetauscht.

Der in Wien verhaftete Haupttäter, der Afghane, besaß mittlerweile die österreichische Staatsbürgerschaft. Seine fünf Komplizen waren gebürtige Iraner und Afghanen, sagte Polizeisprecherin Camellia Anssari.

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