Sa, 16. Dezember 2017

Rasende Materie

04.08.2010 13:55

Erstmals Explosion eines Sterns in 3D beobachtet

Astronomen haben erstmals den Kern einer riesigen Sternen-Explosion in drei Dimensionen beobachtet. Das Material der Supernova 1987a bewege sich mit 100 Millionen Kilometern pro Stunde nach außen, berichtete die Europäische Südsternwarte (ESO) am Mittwoch. Das sei 100.000 Mal schneller als ein Passagierflugzeug und entspreche einem Zehntel der Lichtgeschwindigkeit, so die Forscher.

Doch selbst mit dieser Geschwindigkeit benötige die Materie des Sternes zehn Jahre, um einen umliegenden Ring aus Gas und Staub zu erreichen. Auch solche Ringe stammen vom Ursprungsstern. "Sehr lange vor der Explosion hat der Stern Wölkchen ausgestoßen, die sich wie Rauchringe (Bild) im Weltall verbreiten", erläuterte Carolin Liefke, die an dem Projekt beteiligt ist.

Eine Supernova ist die Explosion eines großen Sterns am Ende seiner Entwicklung, bei der er viel Masse verliert und zugleich sehr hell erstrahlt. Die innere Materie werde bei der Supernova 1987a nicht in alle Richtungen gleichmäßig ausgestoßen, sondern habe eine bevorzugte Richtung, berichtete Karina Kjaer, die Leiterin des Wissenschaftlerteams. Dies sei ein Hinweis auf große Turbulenzen während der Explosion und bestätige Vorhersagen einiger Computermodelle.

Sternenexplosion schon 1987 entdeckt
Die beschriebene Supernova wurde 1987 entdeckt und war laut ESO die erste, die seit 383 Jahren von der Erde aus mit bloßem Auge gesehen werden konnte. Sie geschah in der Großen Magellanschen Wolke, einer Nachbargalaxie der Milchstraße. Die neuen Daten stammen vom Very Large Telescope (VLT) der ESO, das in Chile steht.

Österreich seit 2008 ESO-Mitglied
Die ESO wurde im Jahr 1962 gegründet, um auch europäischen Astronomen Beobachtungsmöglichkeiten am Südsternhimmel zu verschaffen. Sie zählt 14 Mitgliedsstaaten, zu denen seit dem Juli 2008 auch Österreich gehört.

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