Do, 14. Dezember 2017

Schon erste Hinweise

04.08.2010 16:26

Neues Foto soll nun bei Suche nach Julia Kührer helfen

Die "Cold Case"-Ermittler des Bundeskriminalamtes starten eine neue Offensive im Fall der seit mehr als vier Jahren vermissten Julia Kührer. Wie berichtet, war die damals 16-jährige Niederösterreicherin am 27. Juni 2006 auf dem Heimweg von der Schule - nur etwa 200 Meter von ihrem Elternhaus in Pulkau (Bezirk Hollabrunn) entfernt - spurlos verschwunden. Nun soll ein neues Bild bei der Suche nach der heute 20-Jährigen helfen. Erste Hinweise seien dadurch bereits eingegangen.

Im Auftrag der Staatsanwaltschaft Korneuburg wurde vom Institut für Anthropologie der deutschen Universität Freiburg durch sogenanntes Altersmorphing ein Bild erstellt, das zeigt, wie Julia (Gesichtszüge samt einzelner Muttermale) heute aussehen könnte (siehe oben).

Neue Ermittlungsansätze versprechen sich die Fahnder aber auch von einem speziellen Schlüsselbund mit gelbem Anhänger, den die damals 16-Jährige bei sich hatte, und von einem Besuch des Donauinselfests drei Tage vor ihrem Verschwinden. "Es gibt dabei bestimmte Hinweise, die für den Fall wichtig sein könnten", so der Sprecher des Bundeskriminalamts, Alexander Marakovits.

Die damals 16-Jährige hielt sich demnach am 24. Juni 2006 am Donauinselfest im Bereich der Planet-Music-Bühne auf. "Es ist nicht auszuschließen, dass sie dort jemanden kennengelernt hat", sagte Marakovits. Drei Tage später verschwand das Mädchen. Das BK sucht nun Zeugen, die sie am Donauinselfest gesehen haben. Interessant seien vor allem Angaben, ob sie dabei jemand getroffen hat und, wenn ja, wen.

Schlüsselbund wurde extra für sie gefertigt
Der Schlüsselbund mit gelbem Anhänger, den die 16-Jährige bei sich hatte, wurde in der Hauptschule übrigens eigens für sie gefertigt. Für alle anderen Schüler wurde er in Rot oder Blau hergestellt, lediglich Julias Schlüsselbund hat einen knallgelben Anhänger aus Hartplastik. "Vielleicht ist der Schlüssel auf einem Fundamt gelandet und konnte bisher nicht zugeordnet werden, oder jemand hat ihn bei sich", meinte der BK-Sprecher.

Bisher mehr als 100 Hinweise bearbeitet
Bisher haben die Ermittler mehr als 100 Hinweise bearbeitet. "Diese haben allerdings alle nicht zu einem konkreten Aufenthaltsort geführt", betonte Marakovits. Neben Sichtungen im nördlichen Waldviertel habe es eine auffallende Häufung auf bestimmte Plätze in Wien gegeben. Das waren vor allem der Karls- und der Schwedenplatz, die Bahnhöfe Praterstern, Wien-Mitte und Hütteldorf. Dass dies auch Hotspots der Drogenszene sind, sagte der BK-Sprecher nicht. Es gab jedenfalls keine Hinweise vor ihrem Verschwinden aus Pulkau auf Suchtgiftmissbrauch.

Seit fast vier Jahren abgängig
Julia Kührer ist seit dem 27. Juni 2006 aus ihrem Heimatort Pulkau abgängig. Seit März dieses Jahres geht das Bundeskriminalamt dem Fall im Rahmen eines "Cold Case"-Managements wieder intensiv nach. Im Zuge der neu aufgerollten Erhebungen stellte sich heraus, dass das Mädchen an jenem Tag nach der Heimfahrt mit dem Schulbus nicht direkt nach Hause gegangen war, sondern später noch am Hauptplatz in Pulkau mit drei Personen gesehen worden war, die aus einem silbernen Auto gestiegen waren.

Der schlimmste Verdacht der Ermittler: Die Schülerin könnte an einem "goldenen Schuss" - verleitet von "falschen Freunden" - gestorben sein. Ihre Leiche habe man dann in Panik verschwinden lassen.

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