So, 17. Dezember 2017

Skandal in Spanien

03.08.2010 13:29

Hercules Alicante soll sich Aufstieg gekauft haben

Neue Enthüllungen im Bestechungsskandal im spanischen Fußball: Der Eigentümer des Erstliga-Aufsteigers Hercules Alicante, Enrique Ortiz, soll nach einem Bericht der Zeitung "El Pais" damit angegeben haben, in der Vorsaison den Torhüter des Ligakonkurrenten Cordoba mit 100.000 Euro bestochen zu haben. Hercules hatte das betroffene Spiel 4:0 gewonnen.

"Bei unserem ersten Tor hat sich der Keeper in die falsche Ecke geworfen", sagte der Bauunternehmer laut "El Pais" in einem abgehörten Telefongespräch mit einem Familienangehörigen. "Das war einfach super." Ortiz steht laut Medienberichten im Verdacht, zur Sicherung des Aufstiegs von Hercules versucht zu haben, insgesamt vier gegnerische Teams in der zweiten Liga zu bestechen.

Salamanca, Girona und Recreativo Huelva sollen die angeblichen Bestechungsversuche des Hercules-Bosses allerdings zurückgewiesen haben. "Salamanca haben wir 150.000 Euro angeboten", sagte Ortiz nach Angaben der Zeitung in dem abgehörten Gespräch. "Das Team wollte das Geld aber nicht, dennoch haben wir es mit 4:0 abgefertigt."

Kommissar Zufall
Hercules war aufgrund seiner Schulden praktisch zum Aufstieg gezwungen gewesen, hatte diesen aber erst in der letzten Runde auf Kosten von Betis Sevilla fixiert. Die spanische Justiz hatte Telefongespräche von Ortiz eigentlich deswegen abhören lassen, weil der Unternehmer im Verdacht steht, in einen Korruptionsskandal bei der Müllabfuhr von Alicante verwickelt zu sein.

Betis darf noch hoffen
Ein Gericht muss nun entscheiden, ob die Aufnahmen der abgehörten Gespräche den Sportbehörden als Beweismaterial zur Verfügung gestellt werden dürfen. Betis Sevilla hat für die neue Saison bereits einen Platz in der Primera Division gefordert. Nach dem spanischen Reglement wird allein der Versuch der Manipulation eines Spielausgangs mit dem Abzug von sechs Punkten bestraft.

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