Mo, 11. Dezember 2017

Mord in Nickelsdorf

04.08.2010 11:38

Tatverdächtiger im Fall Lydia Dobija in U-Haft genommen

Über den Verdächtigen im Fall Lydia Dobija, der verbrannten Frauenleiche, die im burgenländischen Nickelsdorf gefunden wurde, ist am Mittwoch – wie erwartet – die U-Haft verhängt worden. Theresia Schneider-Ponholzer, Sprecherin der Staatsanwaltschaft, nannte als Haftgründe Flucht- und Verdunkelungsgefahr.

Dass sich das Opfer und der Verdächtige kannten, gehe aus der bei der Pensionistin gefundenen Korrespondenz hervor. In die Indizienkette, die zur Verhängung der Untersuchungshaft über den Verdächtigen (58) führte, reiht sich auch das Obduktionsergebnis. Demnach gab es eine massive Gewalteinwirkung gegen den Schädel von Lydia Dobija – danach wurde die Pensionistin angezündet. Die an der Leiche sichergestellten Spuren werden nun einer DNA-Analyse unterzogen, mit Ergebnissen wird in einigen Wochen gerechnet.

Verdächtiger schweigt vor Haftrichterin

Mit der Verhängung der U-Haft begann eine 14-tägige Frist zu laufen, anschließend findet eine Haftprüfungsverhandlung statt. Den Tatort könne man noch nicht genau eingrenzen. Naheliegend sei jedoch, dass er sich im Nahbereich des Fundortes befinde. Ein Geständnis gibt es laut Staatsanwaltschaft nicht. Der 58-Jährige habe vor der Untersuchungsrichterin von seiner Möglichkeit Gebrauch gemacht, nicht auszusagen, so Schneider-Ponholzer.

Zurückhaltend gab man sich am Mittwoch seitens der Behörden weiterhin bezüglich eines Motivs. "Objektive Anhaltspunkte, die über Spekulationen hinausgehen, gibt es derzeit nicht", sagte Schneider-Ponholzer. Geldgier scheint allerdings ein mögliches Motiv gewesen zu sein: Wenige Stunden bevor die furchtbar zugerichtete Leiche der polnisch-stämmigen Pensionistin neben einem Maisfeld bei Nickelsdorf gefunden wurde, war Dobija noch in einer Bank in Wien gesehen worden. Dem Vernehmen nach soll die in einem Gemeindebau lebende 72-Jährige eine größere Summe abgehoben haben - von dem Geld fehlt aber jede Spur.

Derzeit ist "nichts auszuschließen"
Man könne derzeit "nichts ausschließen" und führe generell mit Personen aus dem Umfeld der aus Polen stammenden getöteten Pensionistin Befragungen durch. Verwandte hatte Lydia Dobija in Österreich nicht, "deshalb müssen wir uns auf den Freundes- und Bekanntenkreis konzentrieren", man ermittle weiterhin in alle Richtungen, so Oberst Rainer Erhart, Leiter des LKA.

Zu den Lebensumständen der 72-Jährigen sei bisher nur bekannt, dass sie alleinstehend war bzw. allein in der Stromstraße in Wien-Brigittenau gewohnt hat. "Sie war mobil, allerdings nur mit dem Fahrrad unterwegs. Deshalb können wir ihren Bewegungsradius etwas einschränken, wobei wir noch nicht wissen, ob sie auch außerhalb Wiens unterwegs war", sagte Erhart. Die 72-Jährige war vermutlich schon am Nachmittag des 20. Juli - dem Tag, an dem sie getötet wurde - in Begleitung des Täters unterwegs.

Weitere Hinweise - auf Wunsch vertraulich - nimmt das LKA unter der Telefonnummer 059133/10-3333 entgegen!

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