Mo, 18. Dezember 2017

Umsätze im Keller

02.08.2010 17:47

Unmut wegen "ewiger" Baustellen wird massiver

Gegen die "ewigen" Baustellen in Wien regt sich massiver Widerstand. Immer mehr Geschäftsleute klagen, dass die oft monatelangen Grabungsarbeiten die Kunden vertreiben: "Bei Umsatzeinbußen von mehr als 50 Prozent schlittern viele in die Pleite."

Bis auf die Tram und die Baustellenfahrzeuge steht in der Linzer Straße zwischen Hüttelbergstraße und Rosentalgasse alles still: Totalsperre seit Juli-Beginn – und noch bis 4. September. Friseur, Restaurant, Trafik, Papiergeschäft und der Fleischhauer sind hinter Zäunen und Bergen von Baumaterial eingesperrt.

"Jetzt bleiben auch schon die Bewohner aus der Umgebung aus", bedauerte einer der Lokalinhaber. "Ganz abgesehen von der wichtigen Laufkundschaft. Viele, die sonst quasi im Vorbeifahren einkaufen, können ja nicht zufahren und finden auch sonst keinen Parkplatz." Mehr als 50 Prozent betrage die Umsatzeinbuße, da denke man schon ans Aufgeben.

Mit Bitterkeit weist man auch darauf hin, dass die Durchfahrtsperre für die Besucher des Hanappi-Stadions am Sonntag sehr wohl aufgehoben wurde. Noch länger ist die Durststrecke für die Standler des Nußdorfer Markts, wo die Fernwärme bis 12. November buddelt. Zu verdienen ist hier so gut wie nichts mehr. "Arbeiter sind auch kaum zu sehen", kritisiert FP-Gemeinderat Anton Mahdalik: "An so neuralgischen Punkten sollte mit Hochdruck gewerkt werden, aber offensichtlich verzettelt man sich mit den vielen gleichzeitigen Riesenbaustellen."

von Peter Strasser, Kronen Zeitung

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