Do, 23. November 2017

Proteste im Spital

01.08.2010 11:34

Primarärzte stehen voll hinter ihrem Wirtschaftsdirektor

Die gemeinsame Kurie der Primarärzte hat in einem Brief an die SALK-Geschäftsführung gegen die Versetzung eines nicht-medizinischen Mitarbeiters protestiert. Das gab es an den Landeskliniken noch nicht. Konkret geht es um den Wirtschaftsdirektor Gerhard Pöttler (Bild), der zum Servicebereich umdirigiert wird.

Mag. Dr. Gerhard Pöttler, der Jus und Wirtschaft studiert hat, wäre an sich bis Herbst 2011 vertraglich als Wirtschaftsdirektor bestellt. Und man hört von den Chefs der Abteilungen unisono, dass der 34-Jährige seine Arbeit im Verein mit den Ärzten ausgezeichnet bewältigt hat. Der junge Mann war bemüht, mehr als Alltagskontakt zu den Stationen herzustellen. Und man bestätigt ihm auch, in den vier Jahren bisher das Budget unterschritten zu haben.

Ein Insider zur "Krone": "Das hat Millionen eingespart." Pöttler gilt andererseits als Kritiker überwuchernder Bürokratie und dürfte angeeckt haben, weil er sich offen für mehr Geld für Ärzte und Pflege, im Gegenzug aber Abbau von Verwaltung ausgesprochen hat. Er soll auch öffentlich darauf verwiesen haben, dass es hier in den letzten Jahren eine nicht nachvollziehbare Aufblähung von Dienststellen gegeben hat.

Versetzung "würdelos"
Die Art und Weise, wie der Direktor nun zu den Wirtschafts- und Servicebetrieben abserviert wird, hat bei allen 33 Primarii des St. Johanns Spitals und der Christian Doppler Klinik Befremden hervorgerufen. In der Kuriensitzung vom 21. Juli meinte etwa Psychiatrie-Chef Christoph Stuppäck, dass die neue Position Pöttlers "nicht gerade ein Aufstieg" sei. Langzeit-Gynäkologie-Vorstand Alfons Staudach nennt die Versetzung gar "würdelos"…

Geschäftsführer Burkhard van der Vorst meinte auf Anfrage von Kinderspital-Chef Wolfgang Sperl sinngemäß, Pöttlers Fähigkeiten wären optimal für die Problemzonen-Bewältigung im schwierigen Service-Bereich. Ein Primararzt hat sich indessen auch schon an das Büro von Landes-Vize David Brenner gewandt.

Kronen Zeitung

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