Mo, 18. Dezember 2017

273.700 ohne Job

01.08.2010 11:13

Arbeitslosigkeit im Juli um 8,9 Prozent gesunken

Im Juli ist die Arbeitslosigkeit in Österreich neuerlich deutlich zurückgegangen. Im Vergleich zum Vorjahresmonat sank die Zahl der vorgemerkten Arbeitslosen um 8,9 Prozent auf 211.659 Personen. Die Zahl der Schulungsteilnehmer nahm allerdings um 5.887 auf 62.084 zu. Im Sozialministerium zeigt man sich erfreut, aber nicht euphorisch.

Insgesamt waren damit im Juli 273.743 Menschen in Österreich ohne Job, teilte das Arbeits- und Sozialministerium am Sonntag mit. Das ist ein Rückgang von 5,1 Prozent im Vergleich zum Juli 2009.

In allen Bundesländern ist die Arbeitslosigkeit im Juli gesunken, am stärksten in Salzburg (-19,7 Prozent) und der Steiermark (-15,8 Prozent). Schlusslicht ist Wien mit einem Rückgang von nur 2,4 Prozent. Das Arbeitsmarktservice melde zudem einen Anstieg der offenen Stellen um 30,2 Prozent auf 35.177. Bis auf Wien gibt es in allen Bundesländern mehr offene Stellen, die meisten in Oberösterreich (7.999). Prozentuell den größten Zuwachs verbuchte die Steiermark mit 63,4 Prozent auf 5.067 offene Stellen, in Wien ging die Zahl der offenen Stellen um 0,4 Prozent auf 7.062 zurück.

7,8 Prozent weniger Langzeitarbeitslose
Der Rückgang von Arbeitslosen habe sich seit Ende Juni (7.225 nach 14.851) mehr als verdoppelt, heißt es. Weiterhin stark sei der Rückgang der Jugendarbeitslosigkeit (-10,3 Prozent) und der Männerarbeitslosigkeit (-12,9 Prozent), deutlich stärker sinke nun auch die Arbeitslosigkeit bei Frauen (-4,0 Prozent) und bei den Älteren (-2,9 Prozent).

Erstmals seit Beginn der Krise sinke auch die durchschnittliche Verweildauer in der Langzeitarbeitslosigkeit, um zwei Tage auf 94 Tage. Die Zahl der Langzeitarbeitslosen sei um 7,8 Prozent zurückgegangen. Auch am Lehrstellenmarkt zeichne sich eine Entspannung ab: Es gebe 16,4 Prozent weniger Lehrstellensuchende und 4,4 Prozent mehr offene Lehrstellen.

Politik erfreut, aber nicht euphorisch
Sozialminister Rudolf Hundstorfer sieht jedoch "noch keinen Anlass für eine Entwarnung", auch wenn der "positive Trend" am Arbeitsmarkt anhalte. Wirtschaftsminister Reinhold Mitterlehner führt den Rückgang der Arbeitslosigkeit auf die "gute Arbeit der Unternehmen" zurück. Nun gehe es darum "unseren Weg aus der Krise fortzusetzen. In einer gemeinsamen Kraftanstrengung müssen wir die richtigen Rahmenbedingungen und den Optimismus für einen selbsttragenden und nachhaltigen Aufschwung schaffen".

Arbeiterkammerpräsident Herbert Tumpel  sieht den Trend zu weniger Arbeitslosigkeit als "ein gutes Zeichen, aber mehr nicht". Immerhin gebe es immer noch 54.342 Arbeitslose mehr als 2008, vor Ausbruch der Krise. Auch ÖGB-Arbeitsmarktsprecher Rudolf Kaske fordert, dass "die Regierung der Bekämpfung der Arbeitslosigkeit weiter höchste Priorität widmet - denn mittelfristig gibt es noch keine Entwarnung".

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