Sa, 18. November 2017

Zeitplan festgelegt

20.07.2010 12:42

„Digitale Dividende“ wird ab Ende 2011 versteigert

Die Regierung hat am Dienstag den Zeitplan für die Vergabe der durch die TV-Digitalisierung freigewordenen Frequenzen bekräftigt. Die "digitale Dividende" soll demnach ab Ende 2011 bzw. Anfang 2012 an die Mobilfunkunternehmen versteigert werden. In Deutschland brachte das 4,4 Milliarden Euro ein. Im Büro von Infrastrukturministerin Doris Bures wollte man sich am Dienstag allerdings zu keiner Einnahmenschätzung hinreißen lassen.

Die "digitale Dividende" betrifft vorerst den Frequenzbereich zwischen 790 und 862 Megahertz: Weil digitales Fernsehen mit einem deutlich "schlankeren" Signal auskommt als das ältere analoge TV, werden diese Frequenzen für die Ausstrahlung des digitalisierten Fernsehprogramms nicht mehr benötigt und können künftig anderweitig genutzt werden. Nach einigem Tauziehen zwischen TV-Anbietern und Mobilfunk-Betreibern haben sich Kanzleramt und Infrastrukturministerium Ende April zu einer Vergabe an die Telekom-Branche durchgerungen.

Gelöst wurde nach Angaben des Infrastrukturministeriums auch das unter anderem von Kulturveranstaltern aufgeworfene Problem, dass die derzeit verwendeten Funkmikrofone künftig von Handys gestört werden könnten, die im neuen Frequenzband funken. Demnach könnte den Funkmikrofonen eine "Frequenzlücke" zwischen 821 und 832 Megahertz zur Verfügung gestellt werden, die für den Mobilfunk aus technischen Gründen nicht genutzt werden könne.

Während in Deutschland die Auktion der Frequenzen im Mai über vier Milliarden Euro in die Staatskasse gespült hatte, lassen sich daraus nur bedingt Schätzungen für Österreich abgeben. Zum einen wurde in Deutschland ein insgesamt größeres Frequenzband versteigert. Zum anderen hatte schon vor zehn Jahren die Versteigerung der UMTS-Frequenzen im Nachbarland 50 Milliarden Euro gebracht, während in Österreich statt der erwarteten 2,9 Milliarden Euro nur 832 Millionen Euro in die Kassen flossen.

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