Di, 17. Oktober 2017

Causa Nebenbahnen

20.07.2010 13:03

49 Prozent der Strecken werden künftig befahren

Ein halbes Jahr nach der Übernahme der Nebenbahnen durch das Land wird die Zukunft des Öffentlichen Verkehrs immer konkreter. Wie bereits bekannt setzt das Land verstärkt auf Busse: Rund 3,2 Millionen Netzkilometer werden so bis zum Frühsommer 2011 zusätzlich befahren. Die 28 Bahnlinien, die von der ÖBB übernommen werden, spielen eine Nebenrolle - der Regelverkehr bleibt lediglich auf zwei Strecken bestehen.

Insgesamt übernimmt das Land 2010 in drei Tranchen 630 Streckenkilometer von den ÖBB. Zwei Drittel davon sind " teilweise seit Jahrzehnten tot", betonte Verkehrslandesrat Johann Heuras (VP) am Dienstag. 49 Prozent, umgerechnet 305 Kilometer, werden künftig befahren - 740.000 Netzkilometer sind jährlich geplant.

Lediglich rund 90 Kilometer - 84 auf der Mariazellerbahn und 5,6 auf der Waidhofener Stadtbahn - bleiben im Regelverkehr, der Rest wird touristisch oder vereinzelt für den Güterverkehr genützt. Die übrigen 51 Prozent der Verbindungen wolle man im Einklang mit den Regionen einer "vernünftigen Nutzung" zuführen, wie etwa Fahrrad- oder Draisinenstrecken.

Busnetz wird im Wald- und Weinviertel ausgeweitet
Der Busverkehr wird vor allem im Westen stark ausgeweitet. Im Waldviertel werden zusätzlich zu der seit Mitte Dezember 2009 bestehenden Buslinie mit zwei Millionen Netzkilometern 75.000 Netzkilometer auf der Strecke von Waidhofen an der Thaya nach Telc/Tschechien eingerichtet. Im Mostviertel wird das bestehende Angebot von derzeit 300.000 Netzkilometern im Schienenersatzverkehr vervierfacht, also auf 1,2 Millionen Netzkilometer ausgeweitet.

Bahnstrecken in Wachau und nach Mariazell bleiben
"Wir haben die Wachaubahn gesichert", so Heuras. Die Donauuferbahn werde für den Tourismus wiederbelebt. Mit Bahn und Bussen werden künftig 265.000 Netzkilometer befahren, dadurch werde man die Wachau "autofrei bereisen" können, meinte der Politiker. Die Mariazellerbahn soll zwischen St. Pölten und Mariazell für Pendler voll erhalten bleiben und für den Tourismus attraktiviert werden. Bis 2012 wird neues Wagenmaterial angeschafft.

Nach Evaluierung könnte nachgebessert werden

Die Kosten für das Verkehrskonzept bezifferte Heuras für 2009 mit 67 und für 2011 mit 90 Millionen Euro. Die Busse sollen laut Verkehrsplaner Fritz Zibuschka auf den Hauptlinien im Stundentakt und auf den Nebenlinien im Zweistundentakt angeboten werden. Ob und wie das Angebot von der Bevölkerung angenommen wird, werde man sehen - eine Evaluierung bzw. allenfalls nötige Verbesserungen seien natürlich in Planung.

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