Mo, 18. Dezember 2017

Heftige Unwetter

18.07.2010 09:31

Innsbrucks Altstadt 60 cm unter Wasser - Mure im Oberland

Die angekündigte Kaltfront, die auf die schwüle Luft getroffen ist, hat am Samstag in weiten Teilen Tirols für Hagel, Sturm und große Regenmengen gesorgt. In der Innsbrucker Altstadt stand das Wasser 60 Zentimeter hoch, Hunderte Keller und Erdgeschosse wurden geflutet. Teile des Straßennetzes wurden zu Wasserflächen. Auch andere Tiroler Orte waren betroffen.

Schon zu Mittag erreichte die Kaltfront Reutte, doch dort kam man mit kräftigem Regen (12 Liter pro Quadratmeter) davon. Gegen 14.15 Uhr brachen Hagel und schwere Sturmböen in der Landeshauptstadt los.

Bilder vom Unwetter siehe Infobox!

Die Kanalisation war überfordert, vor allem in der Altstadt: "Binnen Minuten stand das Wasser zwischen Ottoburg und Goldenem Dachl knietief", schildert Josef Hundsbichler von der Berufsfeuerwehr. Mit einer Großpumpe, die 6.000 Liter pro Minute bewältigen, wurde das Wasser in den Inn befördert.

Telefonnetz-Ausfall gerade noch verhindert
Die Flut an Alarmmeldungen sorgte bei der Leitstelle Tirol für einen "Stau" von 100 Anrufen. Brisant: In der Andreas-Hofer-Straße drohte das Hauptwählamt überflutet zu werden. Ein Ausfall des Telefonnetzes konnte gerade noch verhindert werden. Zudem fiel eine IKB-Trafostation in der Altstadt aus, sodass in einigen dortigen Bereichen der Strom weg war.

Kaufhaus Tyrol gesperrt
In das Kaufhaus Tyrol drang Grundwasser ins Untergeschoss ein – Großeinsatz und Sperre! Insgesamt gab es am Nachmittag in Innsbruck 250 Schadensmeldungen. Sämtliche Feuerwehren standen im Einsatz. Der Wiltener Tunnel auf der A12 war kurzzeitig überflutet – auch hier waren die Abflüsse verlegt. Die erste Gewitterfront zog dann ins Unterland: In Kirchbichl wurden mindestens bis zu 20 Wohnhäuser zum Teil erheblich beschädigt (siehe auch Bericht "20 Minuten Hagel sorgt für Millionen-Schäden" in der Infobox).

Überschwemmungen in Kappl
Die zweite Gewitterwelle sorgte auch im Oberland für zahlreiche Feuerwehr-Einsätze. Am kritischsten war die Situation in Strengen, dort mussten die Bewohner von vier Häusern evakuiert werden. Auch im gesamten Paznaun gingen wieder heftige Gewitter nieder. Die Unwetter führten im Gemeindegebiet von Kappl neuerlich zu Überläufen des Mühlbaches im Bereich Kappl/Au und des Diasbaches im Bereich Kappl/Lochau. Die B188 war in diesen Bereichen kurzfristig überflutet, was jedoch aufgrund der sofort einsatzbereiten Baggerfahrzeugen und der Freiwilligen Feuerwehr Kappl behoben werden konnte.

Durch die starken Niederschläge kam es zu einer massiven Erdrutschgefährdung des Diasbaches, weshalb eine Totalsperre der B188 ab Kappl/Brandau bis Kappl/Au sowie der Kappler Landesstraße L254 und den Gemeindestraßen im Bereich des Diasbaches verhängt wurde.

Mure verlegt Straße im Pitztal
Im Pitztal verlegte eine Mure die Landesstraße zwischen den Ortsteilen Bichl und Scheibrand (St. Leonhard) auf rund 200 Metern.

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