Do, 23. November 2017

Postschließung

17.07.2010 11:16

Vier Stunden Fahrt für einen Brief - Ärger um Filialen

Da kennt sich keiner mehr aus. Zuerst hat es zwei gelbe Füchse in Wilhering (Bezirk Linz-Land) und Alkoven (Bezirk Eferding) gegeben. Dann waren sie ausgestorben – und bald werden in der Umgebung gleich vier Postpartner eröffnen. Die Kunden freut's, die Betreiber sind sauer, und in der Zwischenzeit gibt's viel Ärger. So war eine Pensionistin aus Schönering vier Stunden lang unterwegs, um einen eingeschriebenen Brief abzuholen.

Die Postfiliale, in die derzeit die zu hinterlegenden Briefe gebracht werden, ist in der PlusCity – also etwa sieben Kilometer entfernt. Für die 75-Jährige ohne Auto, die auf Öffis angewiesen ist, ein weiter Weg: zwei Stunden hin, zwei Stunden retour. Um zu erfahren, dass die Pension gekürzt wird.

Bald aber wird es für die Post-Kunden im Raum Wilhering, Schönering, Alkoven und Pasching ein wahres Eldorado geben. Dann gibt es hier gleich vier Postpartner-Filialen in lokalen Geschäften. "Für die Kunden toll, für uns Anbieter ein Hohn, eigentlich ist jedem ein Gebietsschutz von zehn Kilometern zugesichert", sagt Fleischhauer Peter Moser, der in Wilhering Postpartner wird.

Die Post hat bekanntlich angekündigt, möglichst alle verbliebenen Filialen aufzulassen und durch Postpartner zu ersetzen. Ein gutes Geschäft. Das Land finanziert der Post 80 Prozent der Kosten, die sie in die Ausrüstung der neuen Partner investiert. Und die Post hat kein Personal-Risiko mit Urlaub, Karenz oder Krankheit mehr, da der Partnerbetrieb zwei Mitarbeiter ausbilden lassen muss.

von Markus Schütz, "OÖ Krone"

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