Fr, 17. November 2017

Zeugnis-Panik

07.07.2010 08:02

Immer mehr Schüler zerbrechen am Leistungsdruck

"Angst essen Seele auf" – dieser alte Filmtitel ist derzeit leider sehr aktuell: Zum Schulschluss haben die Schulärzte und die Jugendpsychiater im Land ob der Enns Alarm geschlagen. Kurz vor der Zeugnisverteilung werden seelische Leiden verstärkt sichtbar. Laut Medizinern benötigen bereits 27.500 junge Landsleute eine Behandlung.

"Gerade in den Wochen vor Schulschluss sind viele Kinder total gestresst. Sie bekommen Kopf- oder Bauchweh, essen wenig oder verweigern im Extremfall den Schulbesuch", berichtet Maria Metzler, Obfrau der Fachgruppe der Schulmediziner in der Ärztekammer. Die Liste der Leiden ist lang: Depressionen (5,4 Prozent), Störungen des Sozialverhaltens (7,6 Prozent) und ADHS (2,2 Prozent). Jeder zehnte Schüler hat Ängste.

Mangel an Hilfe
Insgesamt sind laut dem Psychiater Till Preißler 27.500 Kinder und Jugendliche in Oberösterreich behandlungsbedürftig. In unserem Bundesland gibt es aber nur zwölf Fachärzte für Kinder- und Jugendpsychiatrie. Die einzige niedergelassene Ärztin ist Barbara Emhofer-Licka in Steyr: "Wir brauchen unbedingt ein ambulantes Versorgungsnetz in den Bezirken – und zwar auch mit Kassenverträgen, damit es für die Eltern keine zusätzlichen finanziellen Hemmschwellen gibt."

In allen Statistiken fällt der rapide Zuwachs von seelisch gestörtem Nachwuchs auf. Über die Ursachen sind sich die Ärzte nicht einig, starker Leistungsdruck zählt aber auf jeden Fall dazu.

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