Di, 21. November 2017

Jazz Fest Wien

06.07.2010 11:39

Herbie Hancock stellte „Imagine Project“ vor

Mit seinem brandneuen Album "The Imagine Project" im Gepäck hat Herbie Hancock am Montagabend in der bis auf den letzten Platz (unter den Zuschauern war auch der bekennende Jazz-Fan Bundespräsident Heinz Fischer) gefüllten Wiener Staatsoper gastiert. Das Thema des neuen Opus der inzwischen 70-jährigen Jazz-Ikone beherrschte denn auch den Abend.

"It's about peace", erzählt der Jazz-Fusion-Altmeister gleich zu Beginn über die neue, im Juni erschienene Platte, die sich als musikalisches Plädoyer für Weltfrieden und globale Verantwortung versteht. "We are one family, all of us", so der Amerikaner, bevor er mit seiner fünfköpfigen Band mit John Lennons Friedenshymne "Imagine" (siehe auch Video) seinen Auftritt im Rahmen des 20. Jazz Fest Wien startete.

Weil Hancock natürlich die illustre Schar jener, die auf der neuen Platte zu hören sind (u.a. Pink, Seal, Jeff Beck, Juanes, Dave Matthews, Chaka Khan, Los Lobos und zahlreiche afrikanische Interpreten) nicht auf die Bühne bringen konnte, mussten seine Bandmitglieder und bei zwei Songs die Technik aushelfen. Bei "Imagine" wurden die Stimmen der aus dem Kongo stammenden Gruppe Konono No. 1 ebenso mittels Band zugespielt wie beim Titel "Tamantant Tiley/Exodus" (ja, der Bob-Marley-Klassiker…) jene der aus Mali stammenden Tuareg-Gruppe Tinariwen. Neben Sängerin Christina Train liehen auch Keyboarder Greg Phillinganes ("Imagine", "Don't Give Up") und die australische Bassistin Tal Wilkenfeld ("The Times They Are A-Changin'"), die Hancock zu Beginn des Sets scherzhaft als "my granddaughter" bezeichnete, den Songs ihre Stimme.

Mischung aus Pop und Jazz
Dass Hancock seit Jahrzehnten ein Grenzgänger und Suchender zwischen Jazz, Pop, Funk und anderen Musikstilen ist, bewies auch sein Auftritt in Wien. Neben den jazzig-poppigen Songs seiner neuen CD, darunter Peter Gabriels Hit "Don't Give Up", der Bob-Dylan-Hadern "The Times, They Are A-Changin'" und Sam Cooks "A Change Is Gonna Come" gab es  - u.a. auch in einem Medley (mit "Maiden Voyage", "Dolphin Dance", "'Round Midnight" und "Cantaloupe Island") verpackt - die stilistisch unterschiedlichsten Werke aus Hancocks jahrzehntelangem Schaffen zu hören. Mit dem Ergebnis, dass der Abend zu einem etwas orientierungslosen musikalischen Hin und Her geriet.

Nach zwei funkigen Zugaben, darunter der Titel "Chameleon", der 1973 auf seinem richtungsweisenden Album "Head Hunters" erschienen ist, verabschiedete sich Hancock nach 130 Minuten vom Wiener Publikum.

von Wilhelm Eder
Foto: Jazz Fest Wien/T. Ettl

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