Mo, 23. Oktober 2017

Freunderlwirtschaft

05.07.2010 09:48

Fünf Verweise im Spital für verbotene Geschenkannahme

Fünf (zum Teil schon pensionierte) Mitarbeiter der Salzburger Landeskliniken haben sich von Lieferanten mit Freikarten für Festspiele, Fußball und Eishockey bedienen lassen. Die Firmen bezahlten auch Zuschüsse für drei Betriebsausflüge. "CSI Krankenhaus" ermittelte vier Monate – jetzt setzte es strenge Verweise.

Ein anonymer Brief an Landeschefin Gabi Burgstaller ließ diese Affäre in den Landeskliniken platzen. Ein Insider schilderte alle Details, wie langjährige Mitarbeiter in der Verwaltung von Lieferanten immer wieder bis ins Jahr 2008 mit "kleinen Aufmerksamkeiten" freundlich gestimmt wurden.

Das Spital setzte sofort die Interne Revision auf den Korruptionsfall an – und Landes-Vize David Brenner setzte als Eigentümervertreter durch, dass externe Prüfer einer Steuerberatungskanzlei bei der Untersuchung mitarbeiteten: "Die Affäre muss völlig lückenlos geklärt werden", forderte er.

Vorwürfe großteils bestätigt
Vier Monate dauerte es, bis alle Verdächtigen befragt und die E-Mails und Laufwerke der Computer ausgewertet waren – das Ergebnis der Prüfung bestätigte die Freunderlwirtschaft:

  • Einige Mitarbeiter ließen sich von Lieferanten mit Freikarten zu den Festspielen, ins Fußballstadion und zu Eishockeyspielen einladen – das ist eindeutig verbotene Geschenkannahme.
  • Lieferanten des Spitals zahlten auch satte Zuschüsse für drei Betriebsausflüge.
  • Nicht zu beweisen war der Vorwurf, die Lieferanten hätten als Gegenleistung höhere Preise bei Wartungsverträgen für Brandmelder, Telefonanlagen oder Zutrittskontrollen bekommen.

Im Spital gab es wegen der "Geschenke" insgesamt fünf strenge Verweise gegen die Mitarbeiter. Das Bestellwesen wird nun verstärkt kontrolliert.

von Robert Redtenbacher, Kronen Zeitung

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