Do, 23. November 2017

Segelflieger-Absturz

05.07.2010 08:02

Menschliches Versagen in Micheldorf vermutet

Das Seglerdrama von Micheldorf im Bezirk Kirchdorf, bei dem der 46-jährige Kommunalpolitiker Wolfgang Bierhaus aus St. Ulrich bei Steyr ums Leben gekommen ist, gibt der Polizei noch ein paar Rätsel auf. Weil wegen Gewitterregens das Kollisionsgerät noch nicht aus dem Wrack geborgen werden konnte, ist die Ursache für das Unglück weiterhin unklar.

Das Wrack war am Samstagabend gegen 19.40 Uhr bei einem Suchflug des Bundesheeres gefunden worden. Etwa sechs Stunden zuvor, um 13.30 Uhr, war Wolfgang Bierhaus, er war in St. Ulrich als SPÖ-Gemeinderat unter anderem für Landschaft und Umwelt zuständig, vom Segelflugplatz Micheldorf aus mit einer "Ka8" per Winde gestartet. Der Mann, der erst seit knapp drei Jahren den Pilotenschein hatte, ließ den Segler acht Kilometer Richtung Kremsmauer gleiten.

Gegen 15 Uhr zerschellte der 15 Meter lange, 310 Kilo schwere Segelflieger im Bereich des Brennets an den Felswänden der Kremsmauer. Pilot Wolfgang Bierhaus dürfte auf der Stelle tot gewesen sein. Weil er bis 16 Uhr nicht am Segelflugplatz zurück war und sich auch über Funk nicht meldete, wurde die Crashfrequenz überprüft – auch hier gab es vorerst kein Signal.

Kurz darauf empfing aber ein Fliegerkollege, der im Bereich des Kleinen Priels unterwegs war, ein Signal, das die Austro Control bestätigte. Sofort wurden Suchflüge durch Bundesheer und Polizei veranlasst. Um 19.40 Uhr entdeckte schließlich eine Hubschrauberbesatzung das zerschellte Wrack in völlig unzugänglichem Gebiet. Berg- und Flugretter wurden per Bergeseil zum Wrack gebracht. Dort fanden sie den toten Piloten und flogen ihn ins Tal.

Tödlicher Pilotenfehler
Das im Unglücksflieger installierte Kollisionsgerät, das Piloten nicht nur warnt, sondern auch die letzten Flugmanöver aufzeichnet, konnte bisher nicht geborgen werden. "Nur damit kann geklärt werden, was passiert ist", so Segler-Profi Hubert Just. Es dürfte sich aber laut Polizei um einen Pilotenfehler gehandelt haben.

von Johann Haginger ("OÖ Krone") und ooe.krone.at

Das könnte Sie auch interessieren
Kommentar schreiben

Liebe Leserin, lieber Leser,

die Kommentarfunktion steht Ihnen ab 6 Uhr wieder wie gewohnt zur Verfügung.

Mit freundlichen Grüßen
das krone.at-Team

Kommentare
324

User-Beiträge geben nicht notwendigerweise die Meinung des Betreibers/der Redaktion bzw. von Krone Multimedia (KMM) wieder. In diesem Sinne distanziert sich die Redaktion/der Betreiber von den Inhalten in diesem Diskussionsforum. KMM behält sich insbesondere vor, gegen geltendes Recht verstoßende, den guten Sitten oder der Netiquette widersprechende bzw. dem Ansehen von KMM zuwiderlaufende Beiträge zu löschen, diesbezüglichen Schadenersatz gegenüber dem betreffenden User geltend zu machen, die Nutzer-Daten zu Zwecken der Rechtsverfolgung zu verwenden und strafrechtlich relevante Beiträge zur Anzeige zu bringen (siehe auch AGB).

Für den Newsletter anmelden