Fr, 24. November 2017

Differenzen im Klub

30.06.2010 16:37

Gunnar Prokop tritt als Manager von Hypo NÖ zurück

Zwei Tage vor einem großen Fest an seinem Zweitwohnsitz in Annaberg (Bezirk Lilienfeld) und etwas mehr als eine Woche vor seinem 70. Geburtstag hat Gunnar Prokop überraschend mit 1. Juli seinen Rücktritt als Manager und sportlicher Verantwortlicher von Hypo Niederösterreich, einer der erfolgreichsten Frauen-Handball-Vereine der Welt, erklärt. Mit dem ehemaligen Leiter des Internats im BSFZ Südstadt legte auch Maria Sykora, die "gute Seele" im Klub, ihre Agenden mit sofortiger Wirkung nieder.

Als Grund gab Prokop an, dass seine Vorstellungen von der Führung eines Spitzenklubs mit denen des derzeitigen Vorstandes trotz seiner Meinung nach relativ verantwortungsvoller Finanzplanung nicht mehr koordinierbar sei. "Schweren Herzens habe ich mich daher zu diesem Entschluss durchgerungen. Alle die mich kennen, wissen, dass ich mich mit dem Mittelmaß nicht identifizieren kann", ließ der bald 70-Jährige, der Hypo NÖ 1972 gegründet und 38 Jahre erfolgreich geführt hatte, wissen.

Prokop gab zu, dass die allgemeine wirtschaftliche Lage auch an seinem Verein nicht spurlos vorbeigegangen sei, sprach aber von Differenzen bei Verpflichtungen neuer Spielerinnen, die seinen Schluss haben reifen lassen. "Neue wären unbedingt notwendig gewesen, um das internationale Niveau der vergangenen 25 Jahre zu halten", glaubt der Zampano, der mit der Mannschaft auf heimischer Ebene seit Jahrzehnten alle Titel abräumte und achtmal die Trophäe der Champions League (zuletzt 2000) in die Südstadt geholt hat.

Klub: Heimische statt ausländische Spielerinnen
Neben den Differenzen ärgerte Prokop auch der Umstand, dass bereits von ihm und dem Vereinskassier fix zugesagte und signierte Spielerengagements nicht eingehalten worden seien. Der Vorstand nahm die Demission seines langjährigen Trainers an. "Prokop hat zurückgelegt, da seine sportlichen Ziele und Wünsche für ein Engagement mehrerer ausländischer Spielerinnen im Vorstand nicht genehmigt wurden. Die zu Besetzung anstehenden Positionen werden hinkünftig mit österreichischen Spielerinnen aus dem Verein besetzt", teilte der Klub mit.

Prokop nahm schweren Herzens von der Sportbühne, die ihm sehr viel bedeutet hatte und die er darüber hinaus polarisiert hatte, Abschied. Er habe sich zu seinem Rücktritt wirklich durchringen müssen, glaube aber, dass er noch ein sehr ausgefülltes Leben mit seinen Kindern und Enkeln, mit Mountainbiken und Skifahren vor sich hat. "Ich bedanke mich bei allen Sponsoren, Journalisten, Freunden und meiner Familie, die mir bei meiner 50-jährigen Sportlaufbahn immer wieder große Unterstützung und Verständnis entgegengebracht haben", schloss der frühere ÖHB-Frauen-Sportwart.

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