Fr, 24. November 2017

Verzweiflungstat

25.06.2010 17:04

Mann zündet sein eigenes Haus an, um darin zu sterben

Weil sein Haus hätte zwangsversteigert werden sollen, hat ein 27-Jähriger aus Hundsheim (Bezirk Bruck an der Leitha) offenbar keinen Sinn mehr in seinem Leben gesehen. Völlig verzweifelt dürfte der Mann in der Nacht auf Freitag sein eigenes Haus angezündet haben, um in den Flammen sein Leben auszulöschen. Weil er aber die Schmerzen, die ihm der Rauch bereitete, nicht aushielt, flüchtete er ins Freie und suchte Hilfe bei Nachbarn.

Diese alarmierten dann kurz vor 3.30 Uhr die Feuerwehr: Das Haus eines Nachbarn sei in Brand geraten, der Besitzer habe sich Verbrennungen zugezogen.

Mann wollte im Keller Selbstmord begehen
Während die Feuerwehren Hundsheim, Bad Deutsch-Altenburg und Hainburg an der Donau mit den Löscharbeiten begannen, erzählte der 27-Jährige der Polizei von seinen Selbstmordabsichten. Er habe im ganzen Haus brennbare Flüssigkeit verschüttet und diese in Brand gesetzt. Im Keller schließlich wollte er sich umbringen, um die Zwangsversteigerung seines Hauses nicht mitansehen zu müssen - diese hätte am Freitag stattfinden sollen.

Der Mann wurde per Notarztwagen ins Wiener AKH eingeliefert. Der entstandene Sachschaden kann noch nicht beziffert werden.

Traum von neuem Leben wurde zur Schuldenfalle
Wenige Jahre nach der Wende kam Martin E. mit seiner Familie von Ostdeutschland nach Hundsheim. Alle träumten von einem neuen Leben, von Luxus, von unbegrenzter Freiheit. Was  unbedingt dazugehörte: ein  Haus. Und mit Dutzenden Bürgschaften von neuen Bekannten schafften sie es tatsächlich, einen Kredit zu bekommen – für ein Grundstück und das dazugehörige Gebäude.

Doch der Traum sollte bald zerplatzen. Der Vater und die beiden Geschwister zogen aus dem neuen Heim aus – Martin E., heute 27,  blieb alleine mit seiner Mutter zurück. Ein Nachbar zur "Krone": "Der Mann hatte keinen geregelten Job, lebte aber in Saus und Braus. Der Schuldenberg stieg ihm bald über den Kopf."

Viele im Ort munkeln auch, dass Mutter und Sohn weder Gemeindegebühren noch die Kreditraten bezahlt hätten. Logische Konsequenz der Gläubiger: Das Haus wurde zur Zwangsversteigerung ausgeschrieben und die Tragödie nahm schließlich ihren Lauf.

von Brigitte Blabsreiter, Klaus Loibnegger und Helmut Horvath (Kronen Zeitung) und noe.krone.at

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