Mo, 11. Dezember 2017

Anrainer sauer

21.06.2010 10:42

Lkw-Lawine rollt durch Wohngebiet in Seekirchen

Im Seekirchener Ortsteil Mödlham dürfen in den nächsten vier Jahren 20.000 Mal riesige 40-Tonner durch dicht besiedeltes Wohngebiet fahren, um bei einem nahen Bauernhof 200.000 Kubikmeter Aushubmaterial zu deponieren. Die Siedler proben nun den Aufstand: "Bei der Bewilligung wurde getrickst."

"Wir wurden nie informiert", sagt Anrainer Heinz Heisters: "Weder von der Gemeinde, noch vom Betreiber und auch nicht vom Grundeigentümer." Seit April donnern die 40-Tonner durch ihre Wohnsiedlung samt Tempo-30-Zone. Sie sind auf dem Weg zu einer Deponie mit Aushubmaterial, die von der BH Salzburg-Umgebung mit Bescheid vom 9. 12. 2009 genehmigt wurde.

Der Trick dabei: Die Walser Firma Ragginger als Antragstellerin argumentierte, dass die 200.000 Tonnen an Aufschüttung "nur zwecks besserer landwirtschaftlicher Nutzung" bei einem Bauernhof erfolgen würden. Was die Siedler restlos auf die Palme bringt: "Wir haben mehrfach Lkws mit riesigen Asphaltbrocken gesehen." Für Anrainer Heinz Heisters ist klar: "Hier wurde getrickst, es müssten eigentlich die Bestimmungen des Abfallwirtschaftsgesetzes angewandt werden."

Tonnen-Beschränkung gefordert
Bürgermeisterin Monika Schwaiger kennt das Problem: "Die Gemeinde hat hier aber leider keine Parteienstellung." Vizebürgermeister Helmut Naderer (rechts im Bild), zuständig für Natur- und Umweltschutz: "Wir haben jetzt den Antrag auf eine 16-Tonnen-Beschränkung eingebracht." "Helfen Sie uns", haben die Siedler an Landeshauptmann-Vize Wilfried Haslauer geschrieben: "Eine Umgehungsstraße wäre nämlich leicht realisierbar."

von Wolfgang Weber, Kronen Zeitung
Bild: Die betroffenen Anrainer - im Hintergrund die Deponie. 

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