Mo, 20. November 2017

Zähes Ringen

20.06.2010 10:38

Experten verhandeln über 380-kV-Korridor

Hochspannung herrscht um den zweiten Teil der 380-kV-Leitung von Elixhausen nach Kaprun: Am Dienstag, Punkt 12 Uhr, wird beim "Lenkungsausschuss" im Chiemseehof der Korridor präsentiert werden, in dem die Stromautobahn verlaufen wird. Aber noch am Samstagabend verhandelten die Experten verbissen um jeden einzelnen Masten…

Um 9 Uhr früh trafen sich am Samstag ein gutes Dutzend Experten im früheren Tauernkraftwerkehaus am Salzburger Hauptbahnhof – mit dabei Vertreter des Verbundes, Bürgermeister wie Norbert Karlsböck aus Kaprun, Umwelt-Hofrat Othmar Glaeser vom Land und viele mehr. Ihr Ziel: Bis zum "Lenkungsausschuss" sollen sie den Korridor der 380-kV-Stromautobahn im zweiten Abschnitt festlegen.

Ohne Pause liefen die zähen Verhandlungen – selbst nach neun (!) Stunden war noch in keinem Teilstück der Leitung fix, wo sie verlaufen soll. Die Brennpunkte stehen seit Monaten fest:

  • Das dicht besiedelte Gebiet im Flachgau um Seekirchen und Eugendorf.
  • Koppl, wo die schon einmal fixierte Trasse über den Nockstein und Gaisberg erneut in Frage gestellt wurde.
  • Der Übergang vom Wiestal ins Salzachtal, wo es Bürgerinitiativen in Adnet, Bad Vigaun und Hallein gibt.
  • Das Salzachtal in Werfen und Bischofshofen.
  • Der Pinzgau, wo die Querung des Salzachtals in Taxenbach beziehungsweise Bruck und der Übergang übers Tal der Fuscher Ache umstritten sind.

"Mensch wichtiger als Natur"
Wolfgang Saliger, erfahrener Ex-Politiker aus Plainfeld, der im Expertenteam die Interessen der besorgten Bürger vertritt: "Das Wichtigste ist, dass die Mindestabstände zu den Wohnhäusern und Siedlungen eingehalten werden. Es wird sicher unmöglich, es wirklich allen recht zu machen. Aber für mich gilt der Grundsatz, Mensch ist wichtiger als Natur. Und da kann es für mich sicher keine Kompromisse geben", erklärte Saliger im Gespräch mit der "Krone".

von Robert Redtenbacher, Kronen Zeitung

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