Sa, 21. Oktober 2017

Seltener Anblick

18.06.2010 10:17

Nach 50 Jahren ein „Service“: Stausee bei St. Veit entleert

Es ist ein seltener Anblick für die Nachbarn des künstlichen Stausees in Oberuntersberg bei St. Veit gewesen: Nach 50 Jahren wurde nämlich das 35 Meter tiefe Speicherbecken für das Kraftwerk Schwarzach komplett entleert und generalüberholt. Dafür investierte der Verbund gut 14 Millionen Euro – jetzt ist alles fertig.

"Alle Sanierungsarbeiten sind abgeschlossen, das Kraftwerk ist wieder in Betrieb. Jetzt gibt es noch die letzten Rekultivierungsarbeiten", freut sich Projektleiter Gerhard Aigner. Die vergangenen zweieinhalb Monate waren stressig für den Betriebsingenieur: Immerhin wurde "sein" Kraftwerk, das sich mit den kilometerlangen Triebwasserstollen auf vier Gemeindegebiete erstreckt, nach 50 Jahren einem Komplett-Service unterzogen. Gesamtkosten dafür: mehr als 14 Millionen Euro.

Das Hauptaugenmerk galt dem künstlichen Ausgleichsbecken Brandstatt. 35 Meter tief, mit einem Fassungsvermögen von gigantischen 1,8 Millionen Kubikmetern Wasser.

10.000 Kubikmeter Ablagerungsmaterial
Für die Arbeiten wurde das gesamte Becken entleert. "Ein seltener Anblick", weiß auch Aigner. Gut 100 Arbeiter, vorwiegend wurden Pongauer Betriebe engagiert, waren während der gesamten Sanierungsarbeiten auf der Baustelle beschäftigt. Mehr als 10.000 Kubikmeter Schlick und Sole, also Ablagerungsmaterial, mussten aus dem "See" geholt werden. Danach wurden 11.000 Tonnen alter Asphalt abgefräst.

Mit überdimensionalen Walzen trugen die Spezialarbeiter die neue, wasserdichte Asphaltschicht auf. Die Arbeiter waren dabei mit Seilen an der Böschung gesichert. An den Rohren im Schacht wurde ein neuer Korrosionsschutz angebracht. Auch ein neues Geländer, immerhin mit einer Länge von etwa einem Kilometer, wurde rund um das Ausgleichsbecken aufgestellt.

"Becken ist da, um Wasserstand auszugleichen"
Aigner erklärt: "Das Kraftwerk Schwarzach ist ein sogenanntes Ausleitungskraftwerk." Heißt nichts anderes, als dass Salzach-Wasser von der Wehranlage Högmoos über einen 17 Kilometer langen Stollen in den Stausee geleitet und von dort über Leitungen zu den Turbinen ins Kraftwerk Schwarzach weitergeleitet wird – wo letztlich der Strom erzeugt wird. "Das Becken ist dafür da, den Wasserstand auszugleichen."

Sprich wenn im Sommer die Salzach viel Wasser führt, dann ist das Becken meist leer, weil das Wasser durchfließt. Umgekehrt wird im Winter der Stausee befüllt, um genug Wasser für für die Spitzenzeiten der Stromproduktion zu haben.

von Max Grill, Salzburger Krone

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