Di, 17. Oktober 2017

Im 90. Lebensjahr

18.06.2010 10:59

Hans Dichand ist tot – Trauer um den Krone-Herausgeber

Mit großer Trauer und tiefer Betroffenheit geben wir bekannt, dass Hans Dichand, Herausgeber der "Kronen Zeitung", am Donnerstag im Beisein seiner Familie nach kurzer Krankheit gestorben ist. Hans Dichand hat die Medienlandschaft Österreichs in den letzten 50 Jahren geprägt wie kein anderer. Am 29. Jänner 2011 wäre er 90 Jahre alt geworden.

Der "Krone"-Herausgeber war vergangene Woche ins Allgemeine Krankenhaus Wien gebracht worden. Am Donnerstagvormittag ist Hans Dichand im Beisein seiner Familie dort gestorben. Dichand hinterlässt seine Ehefrau Helga, die Söhne Christoph und Michael sowie Tochter Johanna und drei Enkelkinder. Im Folgenden eine Mitteilung der Familie Dichand:

Wir haben immer gewusst, dass der Zeitpunkt kommen wird, weil er kommen musste. Wir haben uns darauf vorbereitet und waren dennoch nicht vorbereitet. Es trifft uns schwerer Schmerz und tiefe Trauer.

Wir haben unseren Vater, Ehemann, wichtigen Bezugspunkt verloren. Viel wird geschrieben werden, viel wird man hören, aber wir haben den Menschen verloren, der uns getragen, uns gestützt und uns aufgezogen hat.

Unser Schmerz ist nur erträglich, weil wir fühlen, dass er jetzt wohin gegangen ist, wo er nicht leiden muss und wo er wohlbehütet ist. Und wir wissen, dass er eine Grundlage geschaffen hat, auf der wir aufbauen können. Er ist jetzt alleine, wie er weite Teile seines Lebens auf sich alleine gestellt war, wie man letztlich den letzten Schritt immer alleine gehen muss.

Aber er hat uns nicht alleine zurückgelassen. Wir sind eine Familie, wir haben Menschen um uns, die uns helfen werden. Wir wissen, dass wir dafür auch Verantwortung tragen. Und wir werden sie tragen!

Familie Dichand

Große Anteilnahme
Der Tod Hans Dichands hat in der politischen Öffentlichkeit Österreichs am Donnerstag für Betroffenheit und große Anteilnahme gesorgt. Dichand seien die Menschen "mit ihren Sorgen und Freuden" ein Anliegen gewesen, würdigte Kardinal Christoph Schönborn den Zeitungsmacher, der dem Wiener Erzbischof jeden Sonntag Platz für eine Kolumne zum Evengelium einräumte.

"Hans Dichand war eine der großen Persönlichkeiten dieses Landes, ein begnadeter Blattmacher und Journalist, der im wahrsten Sinne des Wortes Geschichte geschrieben hat", meinte Bundeskanzler Werner Faymann. "Österreich verliert einen seiner herausragendsten Zeitungsmacher, der über alle Parteigrenzen hinweg geachtet wurde", sagte Vizekanzler Josef Pröll.

Auch in der Medienbranche sorgte der Tod des Zeitungsmachers für Erschütterung: Mit Dichand verliere Österreich einen einzigartigen Medienmacher, sagte etwa ORF-Generaldirektor Alexander Wrabetz. Auch für den Präsidenten des Verbands Österreichischer Zeitungen, Horst Pirker, ist es "unstrittig, dass Hans Dichand eine der ganz großen Verlegerpersönlichkeiten Österreichs war". (Weitere Reaktionen auf den Tod Hans Dichands in der Infobox.)

Die Medienlandschaft geprägt wie kein anderer
Nicht nur seit er 1959 die "Kronen Zeitung" wiederbelebte, hat Hans Dichand die Medienlandschaft Österreichs geprägt wie kein anderer. "Als Setzerlehrling hatte er begonnen, als der wohl erfolgreichste Blattmacher ist er in die österreichische Pressegeschichte eingegangen", schreibt Ernst Trost, Wegbegleiter Dichands und "Krone"-Mitarbeiter von Anbeginn, im Nachruf auf den Herausgeber (siehe "Ein Leben für die Kronen Zeitung" in der Infobox).

Privat galt seine Liebe der Kunst und der Natur. Die über viele Jahre sorgfältig und behutsam erweiterte Sammlung Dichand enthält u.a. auch Gustav Klimts "Danae". Für seine Mitarbeiter, die große "Krone"-Familie, war Hans Dichand allgegenwärtig. Kaum ein Tag, an dem er nicht schon frühmorgens in seinem Büro im 16. Stock des Pressehauses in der Wiener Muthgasse anzutreffen war und dort trotz seiner Position stets ein offenes Ohr für jedes noch so kleine Anliegen hatte. Und das mehr als 51 Jahre lang, bis zuletzt. 

Online-Kondolenzbuch auf krone.at
Leser können ihre Anteilnahme sowohl im Online-Kondolenzbuch als auch im Talksalon-Forum bekunden (siehe Links in der Infobox).

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