So, 22. Oktober 2017

Auf A10 bei Kuchl

16.06.2010 09:55

„Lkw-Radar“ ärgert die Autolenker: „Das ist Abzocke!“

Für die einen ist es wegen der Sicherheit, für die andern reine Abzocke – das Radargerät vor der Lkw-Kontrollstelle an der Tauernautobahn bei Kuchl sorgt jedenfalls für Aufregung bei den Autofahrern. Leuchtet nämlich der "60er" auf den Überkopfanzeigern auf, so gilt er nicht nur für die zu kontrollierenden Laster sondern eben auch für die Autofahrer!

"Da fühlt man sich ausgetrickst und 'einigfoin'", beschreibt es "Krone"-Leser Helmut Hintner aus Salzburg-Aiglhof. Der Pensionist war auf dem Weg zum Fischen in den Pongau, "da leuchteten auf der Überkopfanzeige der "60er", das Lkw-Symbol mit über 3,5 Tonnen und ein Abbiegepfeil nach rechts auf. Also dachte ich mir bei meiner Geschwindigkeit von 100 km/h nichts."

Die Verwunderung war umso größer, als der Strafbescheid eintrudelte: Tempo 93, also 33 km/h zu schnell – macht 150 Euro Strafe. Hintner legte sofort Einspruch ein. "Die Beschilderung ist mehr als irreführend", kritisiert er.

Tempo gilt für alle
Günter Reiner von der Verkehrspolizei erklärt: "Das Tempo 60 gilt für alle, wenn die Lkw-Kontrollstelle in Betrieb ist. Ansonsten gilt der 'Luft-100er'." Einzig: Das neue Blitzgerät ist ein altes Modell, hängt also nicht an der flexiblen Tempoeinstellung. "Die Radarbox ist nicht immer bestückt und scheint nur bei Tempo 60 eingeschaltet. Das ist Abzocke", ärgern sich Autofahrer.

Geld geht an den Bund
Nebeneffekt: Der "60er" gilt nach der Straßenverkehrsordnung, die Strafen gehen demnach an den Bund. Beim "Luft-100er" bleibt ein Teil zweckgebunden beim Land. Landes-Vize Wilfried Haslauer: "Jene Gebietskörperschaft, die die Verfahren durchführt, sollte 20 Prozent pauschal von den Strafgeldern bekommen." Konkret wäre das die BH Hallein. Bezirkshauptmann Dr. Klaus Aigner: "Wir bearbeiten 90.000 Strafverfahren pro Jahr und bekommen dafür nichts abgegolten."

von Max Grill, Kronen Zeitung

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