Fr, 24. November 2017

Gerichtsbeschluss

15.06.2010 07:44

Michael Jacksons Ex-Leibarzt darf weiter praktizieren

Der wegen fahrlässiger Tötung angeklagte Privatarzt von Michael Jackson, Dr. Conrad Murray, darf in Kalifornien weiter Patienten behandeln. Richter Michael Pastor vom Superior Court des Kreises Los Angeles wies den Antrag der Staatsanwaltschaft auf ein Berufsverbot für den 57-Jährigen am Montagabend zurück.

Murray praktiziert seit Michael Jacksons Tod nur noch in Texas und Nevada. Seine Anwälte fürchteten jedoch, dass beide US-Bundesstaaten folgen würden, sollte Kalifornien ihm die ärztliche Zulassung entziehen.

Unklar ist weiterhin, ob und wann dem Kardiologen der Prozess wegen des Todes des Superstars gemacht wird. Für diese Entscheidung beraumte Pastor eine Voranhörung für den 23. August an, berichtete der Internetdienst TMZ.com. Der Termin könnte noch einmal verschoben werden, jedoch nicht länger als 60 Tage. Die Voranhörung könnte sich nach Angaben aus Justizkreisen über mehrere Tage, möglicherweise sogar eine Woche erstrecken.

Dem Mediziner drohen bis zu vier Jahren Haft. Murray hat sich an Jacksons Herzversagen "nicht schuldig" erklärt.

Nach Schlafpillen auch noch Narkosemittel
Der Kardiologe soll dem "King of Pop" nach einer schlaflosen Nacht am Morgen des 25. Juni 2009 erst Beruhigungs- und Schlafpillen gegeben und dann ein Narkosemittel gespritzt haben. Das zur Betäubung bei Operationen eingesetzte Propofol führte nach dem Befund der Gerichtsmediziner zu Jacksons Tod. Der Künstler war gerade 50 Jahre alt und wollte wenige Tage später sein Comeback und seinen Abschied mit der "This Is It"-Tournee feiern. Murray ist gegen eine Kaution von 75.000 Dollar auf freiem Fuß.

Fans vor dem Gericht fordern "gerechte Strafe"
Fans von Michael Jackson hatten sich am Montag schon in den frühen Morgenstunden vor dem Gerichtsgebäude in Los Angeles versammelt. Auf Plakaten und in Sprechchören verlangten sie "eine gerechte Strafe" für "Michaels Mörder". Manche trugen T-Shirts mit der Aufschrift: "Wir sind jetzt seine Stimme". Wegen der überwältigenden Nachfrage von Journalisten aus aller Welt verloste das Gericht die Sitzplätze in Richter Pastors Kammer, wie dessen Assistentin sagte.

Wie bei früheren Gerichtsterminen stellten sich auch die Eltern des Popstars, Katherine und Joe Jackson, sowie die Geschwister La Toya, Jermaine und Randy ein. Vater Joe hatte seiner Frau in einem Interview des britischen Boulevardblattes "News of the World" vorgeworfen, den Tod des berühmten Sohnes nicht verhindert zu haben. Er habe sie mehrfach gebeten, zu Michael zu ziehen und ihn von seiner Tablettensucht zu befreien. Katherine Jackson wies die Kritik über ihren Anwalt als Unfug zurück.

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