Do, 23. November 2017

Ideale Vitalisierung

12.06.2010 15:05

Ziersdorf freut sich über 5. Geburtstag des Konzerthauses

Mit einer Festveranstaltung ist am Freitagabend das fünfjährige Bestandsjubiläum des Konzerthauses Weinviertel in Ziersdorf begangen worden. Das 1910 errichtete Jugendstil-Baujuwel, einst als schönster Ballsaal zwischen Wien und Prag bezeichnet, war nach Jahren des Verfalls im Zuge der Landesausstellung 2005 renoviert worden. Heute betreibt die Gemeinde Ziersdorf im Bezirk Hollabrunn den ehemaligen Fröhlich-Saal als Veranstaltungszentrum.

Beim Geburtstagsfest, von Werner Auer moderiert, fand sich unter anderem die Academia Allegro Vivo unter der Leitung von Bijan Khadem-Missagh mit ebenso sauber wie animiert musizierten Ausschnitten aus Vivaldis "Jahreszeiten" ein. Karlheinz Hackl steuerte ausgiebig Auszüge aus seinem Programm "Lachen macht gesund" bei.

Gemeinde kämpft mit Darlehensrückzahlungen
Insgesamt 22.530 Besucher sind in den vergangenen fünf Jahren bei 101 Veranstaltungen (Theater, Kleinkunst, Kabarett, Konzerte und Events für  Kinder) zu verzeichnen gewesen, der durchschnittliche Auslastungsgrad liegt bei 72,22 Prozent. Die bisherigen laufenden Kosten werden mit 692.000 Euro beziffert, wovon 70,29 Prozent über Einnahmen (Eintritte und Vermietungen), 16,46 Prozent durch Förderungen, 8,38 Prozent von Sponsoren und 4,87 Prozent durch Eigenleistungen gedeckt sind. Die Revitalisierung des Ziersdorfer Jugendstilsaals war dabei mit Kosten von mehr als 2,8 Millionen Euro verbunden, wobei das Land 53,06 Kostenanteil übernahm. Ortschef Johann Gartner zeigte sich ob des gelungenen Projekts zwar stolz, er gab allerdings zu, dass die Gemeinde noch mit der Rückzahlung von Leasingraten in Höhe von 1,8 Millionen Euro zu kämpfen habe.

Wiederbelebung nach Jahren des Verfalls
Das Gebäude hatte seit den 1950er-Jahren ein tristes Dasein als Wein- und Kistenlager gefristet. Das legendäre vor dem Saal gelegene Gasthaus Fröhlich wurde 1971 geschlossen und 2005 geschleift. Bei seiner Wiedereröffnung wurde der Saal in Ludwig-Streicher-Jugendstilsaal umbenannt. Der Großvater des aus Ziersdorf stammenden Philharmonikers und Bassgeigers (1920-2003) war jener Maurermeister gewesen, der das Bauwerk vor 100 Jahren im Auftrag des Wiener Stadtbaumeisters Heinrich Blahosch errichtet hatte.

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