Sa, 18. November 2017

Fall Heisler

10.06.2010 15:27

„Freifrau“ muss zwei Jahre länger ins Gefängnis

In der Berufungsverhandlung um jene "Baronin", die den Pinzgauer Juwelier Friedrich Heisler um 835.000 Euro erleichtert haben soll, ist das Strafmaß des ersten Urteils um zwei Jahre erhöht worden. Die "Freifrau" hatte am Donnerstag vor dem Oberlandesgericht erneut ihre Schuldlosigkeit beteuert, ihr Urteil wurde dennoch auf fünf Jahre und zehn Monate Haft erhöht. Der Juwelier aus Zell am See ist seit Sommer 2007 in Südafrika verschollen.

"Die Skrupellosigkeit, wie die Tat begangen wurde, sucht ihresgleichen", begründete der Vorsitzende des Berufungssenates des Oberlandesgerichtes Linz, Georg Wiesinger, den Urteilsspruch. Das "dichte Netz über das Vermögen" des Juweliers, das die Angeklagte gespannt habe, um es auf ihre Seite zu bringen, "zeigt von hoher Schuld".

Die bisher unbescholtene Frau, die von Zeugen und Medien auch als "Baronin" bezeichnet wird, wurde vom Erstgericht wegen schweren, gewerbsmäßigen Betruges, schweren Einbruchsdiebstahls und wegen Urkundenfälschung verurteilt. Im Falle des Diebstahls von Gemälden, Schmuck, Edelsteinen und Uhren aus Heislers Haus wurde der 56-jährigen Ex-Stasi-Mitarbeiterin aus Deutschland ein Schaden von rund 498.000 Euro angelastet, im Falle des Betruges eine Schadenshöhe von rund 271.500 Euro.

Auch um zwei Autos gebracht
Diese Gelder soll sie dem Juwelier mittels Vollmacht und Blankounterschriften herausgelockt und von seinen Konten behoben haben. In die Gesamtschadenssumme von 835.000 Euro inkludiert ist auch ein Porsche um 99.000 Euro und ein Toyota im Wert von 52.000 Euro.

Berufung stattgegeben
Mit dem nun rechtskräftigen Urteil hat der Berufungssenat den Antrag der Staatsanwaltschaft Salzburg, das Strafmaß aus generalpräventiven Erwägungen zu erhöhen, auch stattgegeben. Verteidiger Peter Lechenauer ist mit seinem Wunsch, die Strafe herabzusetzen, abgeblitzt. Der Oberste Gerichtshof hatte seine Nichtigkeitsbeschwerde zurückgewiesen.

Weiteres Verfahren in Deutschland
Nach dem Abschluss des österreichischen Verfahrens soll die "Freifrau" nach Deutschland ausgeliefert werden, wo ein Verfahren wegen Untreue im Zusammenhang mit dem Zusammenbruch ihrer Hausverwaltungsfirma anhängig ist. "Das Überstellungsverfahren ist bereits rechtskräftig", sagte der Verteidiger. Das deutsche Ermittlungsverfahren gegen die 56-Jährige wegen des Verdachtes der Tötung des Juweliers wurde ruhend gestellt, erklärte Lechenauer.
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