Mo, 20. November 2017

Erschütternde Bilanz

09.06.2010 01:30

Substandard in vielen Pflegeheimen - Geld reicht nicht

In einigen Seniorenheimen der Stadt Salzburg hat das Kontrollamt erschütternde Zustände aufgedeckt: Wohnungen sind Substandard und Gebäude weisen schwere Schäden auf. Was das Problem noch verschärft: Nicht einmal für die Sanierung ist genug Geld da. Was macht die Politik? Sie begibt sich auf die Suche nach Schuldigen.

Mit diesem Bericht haben Max Tischler und seine Prüfer vom Kontrollamt die Politik ins Mark getroffen: Sie nahmen "von Amts wegen", also ohne Prüfauftrag, den Bauzustand der städtischen Seniorenheime unter die Lupe. Auf 110 Seiten listet der Prüfbericht jetzt erschütternde Mängel auf.

Vor allem in den Heimen Hellbrunn und Nonntal sind die Bauten veraltet, da leben die Senioren häufig im Substandard, enthüllten die Prüfer. Ein dringender Neubau um 8,1 Millionen Euro, der in Hellbrunn nötig ist, wurde wegen der Finanznöte der Stadt verschoben.

Am Geld mangelt es überhaupt: Nur 1,1 Millionen Euro sind im Jahr für die laufenden Sanierungen reserviert – um 200.000 Euro zu wenig, um überhaupt den jetzigen Standard halten zu können!

Gegenseitige Schuldzuweisungen
Wie reagiert die Politik? ÖVP-Klubchef Christoph Fuchs beklagt, dass die Stadt in den letzten Jahren zu viel für Kultur ausgab und Seniorenheime vernachlässigt wurden: "Die Arge Kultur ist Luxus, Heime sind Kernaufgabe. Da gibt es leider einen Investitions-Stau."

SPÖ-Vize Martin Panosch, für Soziales zuständig, gibt Geldnot bei Investitionen zu – "dafür wäre Baustadträtin Schmidt zuständig." Die ist baff: "Panosch putzt sich ab. Geld für die Heime muss er schon selbst auftreiben."

von Robert Redtenbacher, "Salzburger Krone"

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