Do, 14. Dezember 2017

Subventions-Topf

07.06.2010 18:55

Land zeigt sich für Hollywood und TV-Filme spendabel

Wenn Hollywood lockt, greift das Land Salzburg tief in den Subventions-Topf. Das freute nicht nur Cameron Diaz und Tom Cruise, als sie für "Knight And Day" hier vor der Kamera standen. Für Dreharbeiten mit Nicolas Cage (Bild) machte das Land 135.092 Euro locker, und förderte auch gleich eine Reihe von TV-Produktionen.

Im Thriller mit Tom Cruise und Cameron Diaz heißt Salzburg auch im Film Salzburg – das ist aber eine echte Ausnahme. Bei "Season Of The Witch" reitet der Weltstar Nicolas Cage als tapferer Ritter Lavey durch das finstere Mittelalter und muss ein junges Mädchen zum Gericht bringen, das der Hexerei verdächtigt wird und die Pest über Europa gebracht haben soll.

Bei diesem Film von Star-Regisseur Dominic Sena ist nur die Landschaft im Bild – unter anderem wurde in St. Koloman gedreht. Sonst hat der Film keinen Bezug zum Land. Trotzdem machte die Regierung eine kräftige Subvention für die Hollywood-Crew locker. Unter dem Titel "tourismuspolitische Maßnahmen" gab es 135.092 Euro Zuschuss aus dem Steuertopf, um Salzburg werbewirksam ins Bild zu bringen.

Friedensbüro doppelt gefördert
Kein Einzelfall, denn auch bei TV-Produktionen lässt sich das Land nicht lumpen. Für die zwei Simmel-Verfilmungen "Liebe ist nur ein Wort" und "Gott schützt die Liebenden" (mit Peter Simonischek und Iris Berben) gab es jeweils eine Subvention von 50.000 Euro. Und die Dreharbeiten für die "Alpenklinik" unterstützte Salzburg auch mit 92.500 Euro.

Der einzige Trost für alle Steuerzahler: Durch die Subventionen ist Salzburg wenigstens im TV und auf der Leinwand zu sehen. Andere hohe Zuschüsse verpuffen ohne nennenswerte Wirkung – wie der  "Förderungsbeitrag" von 40.000 Euro, den das Friedensbüro einheimste. Für ein Internet-Projekt "WhyWar.at" dieses Vereines flossen weitere 5.000 Euro.

Andere Klubs richten sich erst im Reich der Subventionen ein und kassieren (noch) kleine Beträge. Wie etwa der Verein "Utamaduni" für afrikanische Kultur. Der kassiert auch schon Förderbeitrag (300 Euro), Geld fürs Jahresprogramm (300 Euro) sowie für Tanz- (422 Euro) und Trommel-Workshop (360 Euro).

von Robert Redtenbacher, Kronen Zeitung

Das könnte Sie auch interessieren
Kommentar schreiben

Sie haben einen themenrelevanten Kommentar? Dann schreiben Sie hier Ihr Storyposting! Sie möchten mit anderen Usern Meinungen austauschen oder länger über ein Thema oder eine Story diskutieren? Dafür steht Ihnen jederzeit unser krone.at-Forum, eines der größten Internetforen Österreichs, zur Verfügung. Sowohl im Forum als auch bei Storypostings bitten wir Sie, unsere AGB und die Netiquette einzuhalten!
Diese Kommentarfunktion wird prä-moderiert. Eingehende Beiträge werden zunächst geprüft und anschließend veröffentlicht.

Kommentar schreiben
500 Zeichen frei
Kommentare
324

User-Beiträge geben nicht notwendigerweise die Meinung des Betreibers/der Redaktion bzw. von Krone Multimedia (KMM) wieder. In diesem Sinne distanziert sich die Redaktion/der Betreiber von den Inhalten in diesem Diskussionsforum. KMM behält sich insbesondere vor, gegen geltendes Recht verstoßende, den guten Sitten oder der Netiquette widersprechende bzw. dem Ansehen von KMM zuwiderlaufende Beiträge zu löschen, diesbezüglichen Schadenersatz gegenüber dem betreffenden User geltend zu machen, die Nutzer-Daten zu Zwecken der Rechtsverfolgung zu verwenden und strafrechtlich relevante Beiträge zur Anzeige zu bringen (siehe auch AGB).

Aktuelle Schlagzeilen
Für den Newsletter anmelden