Mo, 20. November 2017

Crooked Vultures

04.06.2010 11:11

Led Zeppelin, Foo Fighters und QOTSA vereint

Ein Abend voller Fragezeichen: Wird es regnen oder wird es nicht regnen? Wird die Rock-Supergroup aus Led-Zeppelin-Bassist John Paul Jones, Foo-Fighters-Kopf sowie Ex-Nirvana-Drummer Dave Grohl und Queens-of-the-Stonage-Chef Josh Homme alias Them Crooked Vultures so gut spielen wie erwartet? Letztendlich gab es auf diese Fragen einfache Antworten: Nein und - noch viel wichtiger - Ja!

In ganzen Scharen waren die Musikliebhaber am Donnerstagabend trotz mieser Wetteraussichten zum Open Air in die Wiener Arena geströmt. Und offensichtlich waren die Verantwortlichen selbst überrascht von dem großen Andrang, denn als die Vorband I Watch You From Afar die Bühne betrat, war die Schlange vor dem Eingang noch etwa hundert Meter lang. So machten die Arena-Ordner den ambitionierten, rein instrumental vorgetragenen Metal mit Mastodon- und Isis-Anleihen für viele Besucher einfach zu "I Hear You From Afar". Naja, hier gibt es definitiv Verbesserungspotenzial.

Den meisten der Anstehenden dürfte es aber sowieso egal gewesen sein, warteten doch alle nur darauf, dass endlich Them Crooked Vultures die Bühne stürmen. Und um Punkt 21 Uhr war es dann auch so weit. Mit "Noone Loves Me – And Neither Do I" eröffnete die Supergroup ihr packendes Set, in dem die drei Musiker zeigten, warum sie diese Betitelung zu Recht tragen.

Ein unglaublich guter Grohl am Drum-Hocker peitschte seine beiden Kollegen durch das Konzert, während Homme immer wieder seine Brillanz an der Gitarre demonstrierte. Und zu John Paul Jones muss man wohl nur noch wenig sagen – genial, wie er den Sound nicht nur mit seinem Bass-Spiel, sondern auch mit Geige, Orgel und Gitarre bereichert. Unterstützt wurden die drei dabei übrigens von Alain Johannes, der sich ebenfalls an Gitarre, Bass und Keyboard versuchte. Sogar eine Art Hackbrett-Einlage auf der Sechssaitigen hatte das ehemalige Queens-of-the-Sontage-Mitglied im Programm – eine wirklich würdige Ergänzung zu den drei Ausnahmekönnern.

So spielten sich die Vultures zu viert durch einen Gig, der alle Songs des selbstbetitelten Debüt-Albums enthielt und dank ausufernder Jams auch knapp zwei Stunden dauern sollte. Kritik muss es an dieser Stelle, zwar nicht für den Auftritt in der Arena, aber trotzdem geben: Bedenkt man, welche Ausnahme-Songwriter und -Musiker sich hier versammelt haben, bleibt es doch seltsam, dass der Sound der Vultures fast ausschließlich an die Hauptband Hommes erinnert.

Was von diesem Abend bleibt: zum Glück trockene Klamotten und eine eindrucksvolle Bestätigung des Titels "Supergroup" durch Them Crooked Vultures.

von Stefan Taferner
Fotos: Andreas Graf

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