Sa, 16. Dezember 2017

Starke Unwetter

04.06.2010 09:14

Scharfe Kritik an spätem Hochwasser-Alarm

Die Wassermassen sind nicht so massiv, dafür aber viel schneller als im Katastrophenjahr 2002 gekommen: Seit Mittwochabend sind die Feuerwehren zu 95 Hochwassereinsätzen ausgerückt. Besonders dramatisch ist die Lage im Bereich der Salzach, des Inns und der Donau. In Linz und in Mauthausen wurden die mobilen Schutzeinrichtungen aktiviert. Kritik gab es am Hydro-Dienst des Landes: Warnungen seien zu spät erfolgt.

Die erste Überflutung wurde bereits am Mittwoch aus Bad Goisern gemeldet, gegen Abend wurden dann fast im Minutentakt Feuerwehren in den Bezirken Gmunden, Perg, Linz-Land, Grieskirchen und Vöcklabruck alarmiert. In Steyr mussten Enns- und Ortskai gesperrt werden.

Am Donnerstag stiegen nach weiteren heftigen Regenfällen im bayrischen Raum und in Salzburg die Salzach und der Inn dramatisch an. Bis zu hundert Liter Regen pro Quadratmeter und Stunde ließen aber auch in Oberösterreich die Zubringerflüsse zur Donau anschwellen. "Bei uns wurden wegen der Prognosen zwar bereits Vorsorgemaßnahmen getroffen, aber dann stieg der Inn schneller als beim Hochwasser im Jahr 2002", berichtet die Schärdinger Feuerwehr und weiter: „Da der Inn so stark anstieg, war eine telefonische Warnung nicht mehr möglich – wir mussten am Donnerstag um 5.12 Uhr das Sirenensignal Zivilschutz-Warnung auslösen."

Bis zum Nachmittag stieg der Innpegel bis auf 800 Zentimeter (2002 waren es 878 Zentimeter), das Wasser in der Stadt stand teilweise zwei Meter hoch.

Alarm auf der Donau
Am Donnerstag wurde auch der mobile Hochwasserschutz in Alt-Urfahr in Linz aktiviert, der bis zu einem Donau-Pegel von 760 Zentimetern das Wasser abhält. Zugleich wurden der Pendler-Parkplatz am Urfahranermarkt-Gelände sowie das Linzer Auge gesperrt. Nachmittags war die Donau am Übertreten, die "Anton Bruckner" drohte sich loszureißen. Die Feuerwehr musste das Schiff fixieren.

Mittags spitzte sich die Lage auch in Ostermiething zu: Die Salzach war um mehr als vier Meter auf einen Pegel von 600 Zentimeter gestiegen, stand vorm Überschwappen.

Während es in Linz bereits Übungen mit dem mobilen Hochwasserdamm gab, standen Feuerwehrleute in Mauthausen, wo bei einem Donaupegel von sieben Metern die B3 bereits überflutet wurde, auf verlorenem Posten: Das Material für den mobilen Dammbau war noch nicht da, musste erst angeliefert werden.

Erste Entwarnungen
Bei den Wetterdiensten gab man aber Entwarnung: Auch wenn über Zubringerflüsse noch einiges Wasser nach Oberösterreich fließt, ist bei uns nur noch mit unwesentlichen Niederschlägen von fünf bis zwanzig Millimeter pro Quadratmeter zu rechnen.

von Johann Haginger, "OÖ Krone"

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