So, 17. Dezember 2017

Bilder verschwunden

03.06.2010 12:24

Beamte gehen auf die Suche nach den Residenz-Leihgaben

Die Kritik vom Rechnungshof wirkt Wunder: Jetzt begibt sich das Land in seinen Ämtern intensiv auf die Suche nach drei verschollenen Gemälden. Die Bilder gehören der Residenzgalerie und verschönerten als Leihgaben die Büros – dann verschwanden sie spurlos. Jetzt sollen Spitzenbeamte bei der Fahndung helfen.

Das Schreiben erinnert an die berühmte TV-Sendung "Aktenzeichen XY – ungelöst". Unter dem Titel "Residenzgalerie Salzburg, Fehlbestand" bittet Landesamtsdirektor Heinrich Christian Marckhgott alle Abteilungsleiter und die Regierungsbüros um Hilfe bei der Suche nach den verschollenen wertvollen Bildern: "Bitte übermitteln Sie zweckdienliche Hinweise oder sonstige diesbezügliche Informationen direkt an Frau Direktor Roswitha Juffinger", heißt es kriminalistisch angehaucht in diesem Brief.

Intern ist der Fehlbestand seit Jahren bekannt – und noch bevor der Rechnungshof vor zwei Wochen die Galerie überprüfte, meldete Juffinger die genauen Daten der verschollenen Bilder an die Kontrollore. (Siehe auch Artikel in der Infobox.)

Marckhgott geht bei seiner amtsinternen "Fahndung" nun auch auf Einzelheiten ein:

  • "Der Königssee" trägt Inventarnummer 161 und ist in Öl auf Leinwand gemalt. Das Bild eines unbekannten deutschen Meisters ist 26,5 x 36,5 cm groß.
  • Auch der "Untersberg von Süden" ist Öl auf Leinwand, misst aber 43,5 x 54 cm und wurde von einem unbekannten Österreicher gemalt. Inventarnummer: 200.
  • Die "Kaiserin Maria Ludovica" von Jean-Baptiste Isabey trägt die Nummer 70. Das Aquarell ist stattliche 140 x 102 cm groß.

Nur über die heiklen Details gibt Marckhgott in seinem Brief nicht Auskunft. Denn der Isabey hing sogar im Chiemseehof und kehrte Anfang der 90er-Jahre nicht mehr in die Galerie zurück. Und die Suche nach den beiden Landschaftsgemälden ist schwierig, weil das Land nur mehr Schwarz-Weiß-Fotos von den Bildern hat.

von Robert Redtenbacher, Kronen Zeitung

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