Di, 21. November 2017

Mehr Problemfälle

31.05.2010 09:50

500 Kinder sitzen in Salzburg beim Schulpsychologen

Ein 14-Jähriger kündigt per SMS eine Bluttat an, ein Jugendlicher (15) bedroht seine Kameraden mit einem Küchenmesser. Die zwölf Schulpsychologen in Salzburg haben alle Hände voll zu tun. Eine interne Statistik zeigt jetzt: 500 Schüler sind derzeit in psychologischer Behandlung, 24 haben sogar einen eigenen Betreuer.

"In dieser Statistik liegt Österreich europaweit im oberen Mittelfeld. Die Probleme haben in den letzten 20, 30 Jahren zugenommen. Es war noch nie so schwierig für Kinder und Jugendliche", attestierte Dr. Ewald Moser, Salzburgs leitender Schulpsychologe, anlässlich der aktuellen Fälle Anfang Mai in Salzburg.

Intern wird im Landesschulrat über Problemkinder genau Statistik geführt. Die alarmierenden Zahlen:

  • Die zwölf Schulpsychologen kümmern sich derzeit um immerhin 500 Schüler.
  • Gegen 20 Schüler in Salzburg läuft aktuell ein Suspendierungsverfahren.
  • 30 Schüler befinden sich derweil in der Jugendpsychiatrie in Behandlung.
  • 24 auffällige Jugendliche werden im Unterricht sogar von einem Assistenzbetreuer begleitet.

"Die Ursachen der Probleme sind oft sehr komplex. Die richtige Hilfestellung ist da schwierig zu finden", gibt Moser im "Krone"-Interview zu. "Es bedarf oft der Zusammenarbeit vieler Institutionen."

Projekte gegen Gewalt
Seit September gibt es etwa die "Drehscheibe Gewaltprävention" – eine erste Anlaufstelle für Schüler, Eltern und Lehrer. Dazu kommen 183 Vertrauenslehrer und 109 speziell ausgebildete Mitschüler. An den 84 Volksschulen gibt es dazu das Projekt "Faustlos": Dabei lernen Kinder den richtigen Umgang mit Ängsten oder Wut.

Kronen Zeitung

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