Sa, 18. November 2017

„Zieht zu wenig“

28.05.2010 10:51

Handy-Fernsehen per DVB-H kurz vor dem Aus

Rund zwei Jahre nach dem Start von DVB-H in Österreich ist die Zukunft von Fernsehen am Mobiltelefon mehr als ungewiss. Die Mobilkom Austria stellt den Dienst jedenfalls "aus derzeitiger Sicht" mit Jahresende ein. Orange Austria und "3" dürften sich in intensiven Verhandlungen mit dem Betreiberkonsortium Media Broadcast befinden.

Es gebe keine entsprechenden Endgeräte, von den Handyherstellern sei diesbezüglich in nächster Zeit auch nicht allzu viel zu erwarten und der aktuelle Stand beim Netzausbau führe zu einigen Einschränkungen, erklärte Mobilkom-Sprecher Werner Reiter. "Derzeit denken wir nicht daran, das weiter zu führen. Da müsste es schon zu dramatischen Änderungen bei den Rahmenbedingungen kommen", so Reiter.

Die Media Broadcast wollte ebenso wie die Mobilfunker Orange und "3" keinen Kommentar zum Stand der Verhandlungen abgeben.

DVB-H "zieht zu wenig"
"Mobiles Fernsehen hat große Chancen, bei DVB-H bin ich aber eher skeptisch. Offenbar zieht das zu wenig stark", gab sich auch Alfred Grinschgl, Geschäftsführer der RTR-GmbH für den Bereich Rundfunk, überzeugt. "Ich sehe keine Zunahme bei den Erfolgschancen, sondern eher eine Abnahme", verwies er auf eine Reduktion des Engagements mancher Länder bei DVB-H - etwa Spanien. In der Schweiz hat die Swisscom laut eigenen Angaben zuletzt "ein paar Hundert" Kunden verzeichnet und DVB-H daher komplett eingestellt.

Geschätzt 20.000 bis 30.000 Kunden in Österreich
DVB-H wurde in Österreich am 6. Juni 2008 gestartet, pünktlich vor Beginn der Fußball-EM. Die Nutzerzahlen blieben aber weit hinter den Erwartungen zurück: Im zu Jahresbeginn von der Kommunikationsbehörde KommAustria und der Regulierungsbehörde RTR publizierten Digitalisierungsbericht 2009 ist von lediglich 20.000 bis 30.000 Kunden "laut inoffiziellen Schätzungen" die Rede.

Mangel an geeigneten Endgeräten
Als Gründe für den Misserfolg gelten bei Experten der Mangel an geeigneten Endgeräten und die Kleinheit des heimischen Marktes. Die Hersteller würden Handys mit individuellen Leistungsmerkmalen - etwa DVB-H-Tauglichkeit -  erst ab Bestellmengen in Höhe von mindestens 100.000 Stück produzieren, heißt es dazu im Digitalisierungsbericht.

Das könnte Sie auch interessieren
Kommentar schreiben

Sie haben einen themenrelevanten Kommentar? Dann schreiben Sie hier Ihr Storyposting! Sie möchten mit anderen Usern Meinungen austauschen oder länger über ein Thema oder eine Story diskutieren? Dafür steht Ihnen jederzeit unser krone.at-Forum, eines der größten Internetforen Österreichs, zur Verfügung. Sowohl im Forum als auch bei Storypostings bitten wir Sie, unsere AGB und die Netiquette einzuhalten!
Diese Kommentarfunktion wird prä-moderiert. Eingehende Beiträge werden zunächst geprüft und anschließend veröffentlicht.

Kommentar schreiben
500 Zeichen frei
Kommentare
324

User-Beiträge geben nicht notwendigerweise die Meinung des Betreibers/der Redaktion bzw. von Krone Multimedia (KMM) wieder. In diesem Sinne distanziert sich die Redaktion/der Betreiber von den Inhalten in diesem Diskussionsforum. KMM behält sich insbesondere vor, gegen geltendes Recht verstoßende, den guten Sitten oder der Netiquette widersprechende bzw. dem Ansehen von KMM zuwiderlaufende Beiträge zu löschen, diesbezüglichen Schadenersatz gegenüber dem betreffenden User geltend zu machen, die Nutzer-Daten zu Zwecken der Rechtsverfolgung zu verwenden und strafrechtlich relevante Beiträge zur Anzeige zu bringen (siehe auch AGB).

Für den Newsletter anmelden