Fr, 15. Dezember 2017

Kleines Glücksspiel

27.05.2010 16:20

Land erwartet 15 bis 20 Millionen € aus Legalisierung

Das Land Oberösterreich erwartet 15 bis 20 Millionen Euro an Einnahmen aus der geplanten Legalisierung des kleines Glücksspiels. Landeshauptmann Josef Pühringer (ÖVP) betonte am Donnerstag, dass durch die Novelle illegaler Wildwuchs unterbunden und der Spielerschutz gefördert werde. Der zuständige Staatssekretär Reinhold Lopatka (ÖVP) erwartet, dass das neue Glücksspielgesetz noch vor dem Sommer vom Parlament verabschiedet wird.

"Theoretisch noch heuer" könnte ein Landesausführungsgesetz folgen, so Pühringer. Ab 2013 wäre dann mit den vollen Erträgen zu rechnen, an denen er auch die Gemeinden beteiligen wolle. Statt den aktuell geschätzten 2.500 bis 3.500 illegalen Spielautomaten soll es dann maximal 1.173 legale in Oberösterreich geben.

Der Bund hat derzeit 450 bis 500 Millionen Euro Einnahmen aus dem Glücksspiel, so Lopatka. Er gehe davon aus, dass diese erhalten bleiben. Daraus soll auch die Sportförderung in der Größenordnung von 80 Millionen Euro abgesichert werden, die bisher am Umsatz der Lotterien hing.

Maximal 10.000 Euro Gewinn
Das neue Gesetz sieht unter anderem vor, dass alle Automaten an das Bundesrechenzentrum angebunden werden müssen. Eine eigene SOKO der Finanzverwaltung wird sich verstärkt dem Kampf gegen illegales Glücksspiel widmen. Zur vorgesehenen Förderung von Suchtprävention und Spielerberatung sollen sowohl Bund als auch Länder ihren Teil beisteuern - in welcher Höhe, wurde noch nicht verraten.

Der mögliche Einsatz wird künftig zwar von 50 Cent auf 20 Euro und der Höchstgewinn von 20 auf 10.000 Euro angehoben, dennoch sieht der Staatssekretär den Spielerschutz besser abgesichert: Die Grenzen könnten nicht mehr beliebig umgangen werden. Automatikstarttasten, mit denen man innerhalb kürzester Zeit Hunderte Spiele auslösen konnte, soll es nicht mehr geben.

Wettbüros vorerst nicht betroffen
Zudem haben künftig nicht nur Casinos, sondern auch Automatensalons eine Monitoringverpflichtung: Wer hohe Summen verliert oder häufig spielt, müsse nachweislich gewarnt werden, ansonsten stehe ihm Schadenersatz zu. Das sei europaweit einzigartig, betonte Lopatka.

Wettbüros sind von der neuen Regelung nicht betroffen. Hätte man versucht, alle Grenzbereiche einzubeziehen, hätte man Jahre für das Gesetz gebraucht, tritt Pühringer eher für den "Weg der kleinen Schritte" ein. Gegen illegales Glücksspiel im Internet könne man ohnehin nur europaweit vorgehen, ist Lopatka überzeugt. Er erwarte, dass dies in der ersten Hälfte 2011 passieren werde.

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