Fr, 24. November 2017

Potenzielles Risiko

27.05.2010 11:52

Britischer Forscher „infiziert“ sich mit Computervirus

Als weltweit erster Mensch hat sich ein britischer Wissenschaftler mit einem Computervirus infiziert. Um die Gefahren von Funkchip-Implantaten im medizinischen Bereich aufzuzeigen, implantierte sich Dr. Mark Gasson von der Universität Reading einen sogenannten RFID-Chip und infizierte diesen anschließend mit einem Computervirus, den er an externe Kontrollsysteme weitergab.

Während RFID-Chips hierzulande bislang überwiegend zur Identifikation von Haustieren ("chippen") Verwendung finden, werden die reiskorngroßen Funkchips in den USA bereits zu medizinischen Zwecken in Menschen implantiert. Im Notfall soll sich so die Krankengeschichte des Betroffenen auslesen lassen.

Mit seinem Selbstversuch wollte Gasson demonstrieren, dass dieses Auslesen nicht ganz ungefährlich ist. Einmal infiziert, könnten RFID-Chips den Virus an externe Kontrollsysteme, beispielsweise in Krankenhäusern, weitergeben und so schließlich andere Menschen mit medizinischen Implantaten infizieren.

"Technische Hilfsmittel öffnen andere Schwachstellen"
Noch sei die Gefahr zwar gering, räumt der Wissenschaftler ein, doch mit der Weiterentwicklung medizinischer Technologien wie Herzschrittmachern und Innenohr-Implantaten steige auch das Risiko einer Computervirus-Infektion. "Die Verwendung solcher Technologien birgt auch Risiken. Wir verbessern zwar spezifische körperliche Fähigkeiten, mit den dafür genutzten technischen Hilfsmitteln öffnen sich jedoch andere Schwachstellen", so Gasson gegenüber der "BBC".

Wirklich gefährlich werde es, kommentiert Rafael Cappuro vom deutschen Steinbeis-Transfer-Institut für Informationsethik den Versuch, "wenn jemand Online-Zugriff auf ein Implantat bekommt". Eine Überwachung mittels Funkchip könne zwar durchaus Teil einer ärztlichen Betreuung sein, "aber wenn einem irgendjemand etwas antun möchte, könnte das ein Problem sein."

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