Di, 17. Oktober 2017

91.540 Euro Schaden

25.05.2010 18:21

Feuerwehr-Geld von Verwalter an Börse verspekuliert

Die Ehe am Ende, der Job als Bankfilialleiter verhasst – was lief noch gut in seinem Leben? Einzig, dass er für seine Kunden "ein goldenes Händchen" bei Veranlagungen hatte. Doch bei ihm selbst versagte es. Vielleicht weil der Niederösterreicher fremdes Geld an den Börsen verzockte – und zwar das der Freiwilligen Feuerwehr...

57 Jahre alt ist der Ex-Verwalter einer Feuerwehr in Niederösterreich – und seit mehr als 14 Jahren diente ihm das Finanzkonto seiner "Wehr" offenbar als Selbstbedienungsladen. Insgesamt dürfte er 91.540 Euro veruntreut haben. Geld, das – wie Richterin Xenia Krapfenbauer am Korneuburger Gericht nicht müde wird zu betonen – "mühsamst zusammengesammelt wird von Leuten, die für ihre oft furchtbar anstrengende und verantwortungsvolle Tätigkeit keinen müden Cent bekommen". Es sollte dem Ankauf eines neuen Feuerwehrautos dienen, Kostenpunkt: 350.000 Euro.

Selbstanzeige, als Strategie gescheitert war
Der Angeklagte gestand nun, dass er als Bankbeamter selbst Sparbücher ausstellen habe können, um seine Malversationen zu verschleiern. Sogar eine Überweisung des Landes Niederösterreich aus dem Katastrophenfonds zog er demnach ein, um Schulden zu begleichen und neu zu veranlagen. Als sich die Loch-auf-Loch-zu-Strategie nicht mehr ausging, erstattete er schließlich Selbstanzeige. Was ihm nun zwei Jahre bedingte Haft einbrachte.

Detail am Rande: Nach 26 Jahren war er auch aus der Bank geflogen – wegen Ungereimtheiten. Und machte sich anschließend mit einer Firma selbstständig – als Finanzdienstleister.

von Gabriela Gödel, Kronen Zeitung
Symbolbild

Das könnte Sie auch interessieren
Kommentar schreiben

Sie haben einen themenrelevanten Kommentar? Dann schreiben Sie hier Ihr Storyposting! Sie möchten mit anderen Usern Meinungen austauschen oder länger über ein Thema oder eine Story diskutieren? Dafür steht Ihnen jederzeit unser krone.at-Forum, eines der größten Internetforen Österreichs, zur Verfügung. Sowohl im Forum als auch bei Storypostings bitten wir Sie, unsere AGB und die Netiquette einzuhalten!
Diese Kommentarfunktion wird prä-moderiert. Eingehende Beiträge werden zunächst geprüft und anschließend veröffentlicht.

Kommentar schreiben
500 Zeichen frei
Kommentare
324

User-Beiträge geben nicht notwendigerweise die Meinung des Betreibers/der Redaktion bzw. von Krone Multimedia (KMM) wieder. In diesem Sinne distanziert sich die Redaktion/der Betreiber von den Inhalten in diesem Diskussionsforum. KMM behält sich insbesondere vor, gegen geltendes Recht verstoßende, den guten Sitten oder der Netiquette widersprechende bzw. dem Ansehen von KMM zuwiderlaufende Beiträge zu löschen, diesbezüglichen Schadenersatz gegenüber dem betreffenden User geltend zu machen, die Nutzer-Daten zu Zwecken der Rechtsverfolgung zu verwenden und strafrechtlich relevante Beiträge zur Anzeige zu bringen (siehe auch AGB).