Sa, 25. November 2017

Bis ins Detail

23.05.2010 18:52

Supercomputer bildet Blutkreislauf in 3D nach

Forschern der ETH Lausanne ist es mit Hilfe eines Supercomputers gelungen, das Blutkreislaufsystem detailliert und dreidimensional nachzubilden. Die Technik soll es Ärzten künftig ermöglichen, das individuelle Risiko einer Arterienverkalkung von Patienten vorauszusagen.

Erkrankungen der Herzkranzgefäße sind die häufigste Todesursache weltweit. Jeder achte Mensch stirbt daran, wie die ETH Lausanne am Donnerstag mitteilte. Ursachen sind meist Ablagerungen an den Blutgefäßen, die verminderten Blutdurchfluss und schließlich Sauerstoffmangel im Herzen zur Folge haben.

Zahlreiche Risikofaktoren begünstigen die Entstehung einer solchen Arterienverkalkung. Neben Faktoren wie Rauchen oder Übergewicht, die durch das Verhalten steuerbar sind, fällt auch die von Mensch zu Mensch verschiedene räumliche Anordnung der Blutgefäße ins Gewicht. Von der Geometrie hängen Blutfluss und Anfälligkeit auf Ablagerungen ab.

Blutfluss bis ins Detail nachgeahmt
Ein ETH-Team hat nun einen wichtigen Schritt gemacht, um vorauszusagen, welche Gefäßstellen besonders anfällig sind. Die Forscher entwickelten eine Technik, mit der sich der Blutkreislauf eines Menschen dreidimensional nachbilden lässt. Sechs Stunden benötigt ein Supercomputer, um eine komplette Blutkreislaufkarte zu erstellen.

In dem Modell wird der Blutfluss bis ins Detail nachgeahmt. Rote Blutkörperchen, Blutplättchen und andere Mikropartikel sind einzeln erkennbar. Bei den Simulationen werden laut den Wissenschaftlern eine Milliarde Fließ-Variablen benutzt und mit der Bewegung von zehn Millionen Blutzellen gekoppelt.

Bald auf herkömmlichen PCs in Arztpraxen
Möglich sind solche Simulationen momentan nur dank dem Supercomputer "Cadmos", der im August 2009 an der ETH Lausanne installiert wurde. "Cadmos" besteht aus 16.000 Mikroprozessoren, was 8.000 herkömmlichen PCs entspricht. Für noch komplexere Berechnungen weichen die Forscher auf den Supercomputer im deutschen Jülich aus.

Binnen zwei bis drei Jahren wollen die Lausanner Forscher ihre Technik so verfeinern, dass das Programm auch auf einem weniger leistungsfähigen Computer in einer Arztpraxis läuft. Dann könnte das Risiko einer Arterienverkalkung beim Patienten abgeschätzt werden, bevor Blutgefäße vestopft ist.

Das könnte Sie auch interessieren
Kommentar schreiben

Sie haben einen themenrelevanten Kommentar? Dann schreiben Sie hier Ihr Storyposting! Sie möchten mit anderen Usern Meinungen austauschen oder länger über ein Thema oder eine Story diskutieren? Dafür steht Ihnen jederzeit unser krone.at-Forum, eines der größten Internetforen Österreichs, zur Verfügung. Sowohl im Forum als auch bei Storypostings bitten wir Sie, unsere AGB und die Netiquette einzuhalten!
Diese Kommentarfunktion wird prä-moderiert. Eingehende Beiträge werden zunächst geprüft und anschließend veröffentlicht.

Kommentar schreiben
500 Zeichen frei
Kommentare
324

User-Beiträge geben nicht notwendigerweise die Meinung des Betreibers/der Redaktion bzw. von Krone Multimedia (KMM) wieder. In diesem Sinne distanziert sich die Redaktion/der Betreiber von den Inhalten in diesem Diskussionsforum. KMM behält sich insbesondere vor, gegen geltendes Recht verstoßende, den guten Sitten oder der Netiquette widersprechende bzw. dem Ansehen von KMM zuwiderlaufende Beiträge zu löschen, diesbezüglichen Schadenersatz gegenüber dem betreffenden User geltend zu machen, die Nutzer-Daten zu Zwecken der Rechtsverfolgung zu verwenden und strafrechtlich relevante Beiträge zur Anzeige zu bringen (siehe auch AGB).

Für den Newsletter anmelden