Fr, 17. November 2017

Digitale Dividende

21.05.2010 10:26

4,4 Milliarden Euro für LTE-Frequenzen in Deutschland

Die Versteigerung neuer Frequenzen für Mobilfunk und vor allem mobiles Internet in Deutschland hat knapp 4,4 Milliarden Euro in die Staatskasse gebracht. Bei dem auch als "digitale Dividende" bezeichneten besonders begehrten Spektrum ehemaliger TV-Frequenzen ging E-Plus nach Angaben der Bundesnetzagentur leer aus. Diesen Bereich teilen sich Vodafone, Telekom und O2 untereinander auf.

An der am 12. April gestarteten Auktion hatten sich alle vier in Deutschland aktiven Handynetzbetreiber beteiligt. Den höchsten Preis zahlt nach den Angaben der Bundesnetzagentur Vodafone. Für 1,42 Milliarden Euro bekam die Nummer zwei in Deutschland den Zuschlag für 12 der insgesamt 41 angebotenen Frequenzblöcke. O2, die Tochter des spanischen Telefónica-Konzerns, zahlt 1,38 Milliarden Euro für 11 Blöcke, die Telekom ist mit 1,3 Milliarden Euro und 10 Blöcken dabei. E-Plus ersteigerte 8 Frequenzblöcke für 283,6 Millionen Euro.

Die Versteigerung lief über 27 Tage und 224 Auktionsrunden. Besonderes Augenmerk richtete sich auf die früher für das Fernsehen genutzten Bereiche bei 800 Megahertz. Sie eignen sich nach Einschätzung von Experten wegen ihrer physikalischen Eigenschaften am besten für die breitflächige Versorgung auch weniger besiedelter Gegenden mit schnellem Internet.

Da sie durch die Umstellung des Antennenfernsehens auf die digitale Übertragungstechnik DVB-T frei geworden sind, wird die Neuvergabe als "digitale Dividende" bezeichnet.

Grundlage für neuen Mobilfunkstandard LTE
Auf diesen Bereichen dürfte der neue Mobilfunkstandard LTE eingesetzt werden, der Übertragungen mit 100 Megabit pro Sekunde und mehr erlauben soll und so mit Festnetzverbindungen mithalten kann. In einer ersten Ausbaustufe dürften Geschwindigkeiten von 1 Megabit pro Sekunde realistisch sein.

Allerdings ist die Nutzung des Frequenzspektrums für die Gewinner der Auktion mit harten Auflagen versehen. Erst wenn Gemeinden und Städte mit höchstens 5.000 Einwohnern schnelle Internetanschlüsse bekommen haben, dürfen die Unternehmen schrittweise die lukrativere Versorgung von größeren Städten angehen.

"Internet für alle wird jetzt Realität"
Bundeswirtschaftsminister Rainer Brüderle erklärte, mit dem erfolgreichen Abschluss der Versteigerung sei eine "flächendeckende Versorgung mit mobilem Breitband greifbar nahe".

Vodafone-Chef Friedrich Joussen betonte, das Unternehmen habe seine Ziele umfassend erreicht und die angepeilten Frequenzen ersteigert. Internet für alle werde jetzt Realität. Zudem erlaubten auch die neben der digitalen Dividende ersteigerten Bereiche den Ausbau der Kapazitäten im Wachstumssektor des mobilen Internets.

Telekom-Vorstand Niek Jan van Damme äußerte sich ebenfalls zufrieden. Mit dem Erwerb der Frequenzen könne das Unternehmen nun die Grundlage für die Einführung von LTE legen. Der Ausbau sei in den Investitionsplanungen der Telekom bereits berücksichtigt.

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