Do, 14. Dezember 2017

12,5 Jahre Haft

20.05.2010 13:17

Salzburger verübt für Thai-Ehefrau zehn Überfälle

Nur einen Monat nachdem ein 40-jähriger Salzburger aus einer achtjährigen Freiheitsstrafe entlassen worden ist, hat er seine kriminelle Laufbahn gleich wieder fortgesetzt. Er kaufte sich eine Gaspistole und eine Strumpfmaske. Dann verübte er in Wien zwischen 31. Oktober und 14. Dezember 2009 zehn Raubüberfälle - aus Liebe zu seiner thailändischen Ehefrau, wie er am Donnerstag im Wiener Landesgericht erklärte...

Bis er seine thailändische Liebe aber wieder in die Arme schließen kann, wird jetzt einige Zeit vergehen: Der Serienräuber wurde rechtskräftig zu zwölfeinhalb Jahren Haft verurteilt.

"Glauben'S mir, i hab das net gern g'macht", versicherte der Angeklagte. Es wäre ihm allerdings nichts Anderes übrig geblieben, da er sämtliche finanziellen Rücklagen, die er sich im Gefängnis mühsam vom Mund abgespart hatte, seiner Frau nach Thailand überwies.

Diese wäre in ihrer Heimat fälschlicherweise wegen angeblichen Drogenbesitzes behördlich verfolgt worden und hätte Geld für die Kaution gebraucht: "Sie einfach jetzt so im Stich lassen, das hab ich nicht übers Herz gebracht. Sie hätte keine Chance gehabt, im Gefängnis in Thailand zu überleben."

Insgesamt 21.000 Euro Beute
Neun Supermarktfilialen und ein Postamt überfiel der routinierte Räuber, wobei er insgesamt rund 21.000 Euro erbeutete. Zu wenig, um sich damit nach Thailand absetzen und seine Frau von ihren Problemen befreien zu können. "Ich war der Annahme, dass ich die 30.000 Euro, die ich mir vorgestellt hab, mit zwei bis drei Anläufen erledigen kann", gab der Angeklagte zu Protokoll. Doch er habe feststellen müssen, dass sich "die wirtschaftliche Lage geändert hat". Mit Raubüberfällen sei nicht mehr viel zu holen: "Bei jedem Mal ist die Beute eigentlich weniger geworden."

Von couragiertem Passanten gestellt
Geschnappt wurde der 40-Jährige dann nach seinem letzten Coup: Ein couragierter Passant hatte sich dem maskierten Täter in den Weg gestellte und ihn zu Boden beförderte. Zusammen mit anderen Männern hielt er den Räuber bis zum Eintreffen der Polizei in Schach. Den Beamten beichtete der Angeklagte bei seiner Verhaftung dann sogleich sämtliche vorangegangenen Straftaten.

"Sie sind offenbar nicht anders davon abzubringen, als dass man sie möglichst lang wegsperrt", begründete das Gericht die recht strenge Strafe. Verteidiger Christian Werner verzichtete ebenso auf Rechtsmittel wie der Staatsanwalt.

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