Mo, 20. November 2017

„Krone“-Interview

16.05.2010 18:14

Martin H.: „Ich habe mit Julia Kührer nichts am Hut!“

Gefasst, aber gezeichnet von dem Wirbel der vergangenen Woche gab Martin H. der "Krone" sein erstes Interview im Beisein seines Wiener Anwalts Johannes Öhlböck. Der 27-Jährige war am vergangenen Montag im Zusammenhang mit dem Vermisstenfall Julia Kührer im Kamptal verhaftet worden. Im Verhör erklärte der Niederösterreicher, dass er das Mädchen nicht einmal gekannt habe - und wurde freigelassen.

Der Computertechniker konnte für den U-Richter glaubhaft versichern, mit Julia Kührer "nichts am Hut gehabt" zu haben. Für ihn war es eine Verkettung von unglücklichen Ereignissen, die sein Leben aus der Bahn warfen. "Ich wäre jederzeit zur Polizei gegangen, um meine Aussage zu machen. Nur dachte ich nicht, dass das wichtig ist, weil ich nichts weiß", so Martin H.

Während der Haft blieb der 26-Jährige deshalb relativ ruhig und gelassen. "Irgendwann einmal brachen alle Vorwürfe wie ein Kartenhaus zusammen, und ich durfte heim. Ich fange am 1. Juni zu arbeiten an, und alle im Ort glauben jetzt zu Unrecht, dass ich was mit der Julia zu tun habe", so der Niederösterreicher weiter.

Mitgenommen hat ihn auch, dass sein geliebter Hund beim Zugriff erschossen und er selbst rüde zu Boden geworfen wurde. "Dabei wollte ich gerade mit erhobenen Händen die Tür aufmachen, als ich merkte, dass die Polizei im Stiegenhaus war", erklärt Martin H.

"Wieso dachten alle, dass Martin so gefährlich ist?"
Für seinen Strafverteidiger Johannes Öhlböck schoss die Art und Weise des Zugriffes jedenfalls weit übers Ziel hinaus. "Der Cobra kann man keinen Vorwurf machen, die Frage ist nur, wieso alle dachten, dass der Martin so gefährlich ist."

von Florian Hitz, Kronen Zeitung
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