Mo, 11. Dezember 2017

Befristete Sperren

09.05.2010 16:07

Aschewolke: Jetzt auch in Salzburg wieder Flugverbot

Der Luftraum über Österreich wird wegen der Vulkanasche aus Island wieder teilweise gesperrt. Laut Austro Control sind die Flughäfen in Salzburg, Innsbruck, Linz und Wien betroffen und werden bis Montag früh jeweils für ein paar Stunden stillgelegt. Die Wolke hat sich am Wochenende von Südwest- nach Mitteleuropa bewegt und laufend Flughafensperren in mehreren Ländern verursacht. Österreichs Parade-Privatflieger Niki Lauda zeigte sich

Konkret werden vorerst in Innsbruck von 15.30 bis 22.00 Uhr, Salzburg von 17.00 bis 4.00 Uhr, Linz 20.00 bis 4.00 Uhr und Wien von Mitternacht bis 5.00 Uhr keine Starts und Landungen möglich sein. Montag früh sollte nach derzeitigem Stand der Dinge der Flugbetrieb wieder aufgenommen werden.

Seit Freitag zeichnete sich ab, dass sich die Wolke auch Österreich wieder annähert und mögliche Sperren auf den heimischen Luftraum zukommen könnten, erklärte Markus Pohanka, Sprecher der Austro Control am Sonntagmittag. Der Krisenstab, bestehend aus Vertretern der Flugsicherungsbehörde, der Airlines und der Flughäfen, beriet seitdem über möglich Schließungen. Aus Sicherheitsgründen habe man sich nun neuerlich dazu entschlossen.

Auch München und Mailand dicht
Auch unsere Nachbarländer sind von der vorüberziehenden Aschewolke betroffen. Die Deutsche Flugsicherung hat am Sonntag den Luftraum um München komplett geschlossen. Ab 15.00 Uhr seien für mehrere Stunden weder Sicht- noch Instrumentenflüge erlaubt, sagte Flugsicherungssprecher Axel Raab Sonntagmittag. Auch kleinere Flughäfen wie Memmingen und Augsburg seien betroffen. Montagfrüh soll aber wieder ganz normal geflogen werden.

Im Norden Italiens wurden schon zu Mittag Sperren verhängt. Betroffen ist auch das bei Touristen beliebte Mailand. Es werde aber rund 24.500 Flüge geben, etwa 500 weniger als an normalen Sonntagen in dieser Jahreszeit, teilte zu Mittag die Flugsicherheitsorganisation Eurocontrol in Brüssel mit. Am Samstag waren bereits rund 200 Flüge in Italien ausgefallen.

Lauda verärgert: "Es ist ein Wahnsinn"
Airline-Chef Niki Lauda hat die Vorgehensweise der Luftfahrt-Behörden am Sonntag - vor der Verkündung der Sperren in Österreich - erneut hart kritisiert. "Offensichtlich hat man aus dem ersten Fehler nichts gelernt", erklärte Lauda am Rande des Formel-1-Grand-Prix von Spanien. Die Asche des isländischen Vulkans Eyjafjallajökull sei für die Luftfahrt völlig unbedenklich, versicherte Lauda. "Wenn es eine Gefahr gäbe, hätte ich Verständnis. Aber die gibt es nicht. Es ist ein Wahnsinn, mit den Ängsten der Menschen zu spielen", betonte der Fly-Niki-Chef. Die Hysterie hätte der Luftfahrt bereits mehrere Milliarden Euro gekostet.

Lauda ärgerte sich vor allem über die Schließung von Lufträumen, ohne die genaue Konzentration der Vulkanasche zu kennen. "Es misst niemand, es gibt keine Werte. Es wird nur registriert, dass ein Vulkan ausgebrochen ist - mehr ist es nicht", meinte der 61-Jährige. Bis zum ersten Ausbruch habe es nicht einmal Grenzwerte gegeben. "Dann haben sich die Verkehrsminister zusammengesetzt und irgendeinen Wert festgelegt", kritisierte Lauda. Dabei bestehe durch die staubähnliche Asche überhaupt keine Gefahr für die Triebwerke.

"Es ist noch nie in der Geschichte der Luftfahrt ein Flugzeug wegen Vulkanasche abgestürzt", erinnerte Lauda. "Noch nicht einmal ansatzweise." Das Problem werde dramatisiert, das Verständnis der Behörden müsse sich schnellstmöglich ändern. "Mir geht es gar nicht um die Airlines. Mir tun die Menschen leid, die weltweit irgendwo festsitzen", sagte der ehemalige Formel-1-Weltmeister. Profitieren würden von den Sperren nur Bahnunternehmen und Mietwagenfirmen. Lauda: "Langsam kommt es mir vor, als sollten mit diesen Aktionen andere Industriezweige gefördert werden."

Wolke zog von Südwest- nach Mitteleuropa
Nachdem die Aschewolke vergangene Woche für erneute Sperren in Irland gesorgt hatte, zog sie am Wochenende von Südwest- nach Mitteleuropa. Samstags zwaren Teile des spanischen Luftraums sowie einige Flughäfen in Portugal und Südfrankreich gesperrt.  Betroffen waren dadurch auch Transatlantikflüge.

In Island nimmt der Ausstoß von Asche aus dem Vulkan Eyjafjallajökull unterdessen weiter ab. Der Anteil feiner Partikel, die über lange Distanzen in der Luft bleiben, sei zurückgegangen, sagte der Vulkanologe Björn Oddsson am Sonntag. Am Vormittag sei die Asche aus dem Vulkan nur einmal auf Radarbildern zu sehen gewesen. Um vom Radar entdeckt zu werden, muss die Asche demnach bis in eine Höhe von mindestens 3.000 Metern aufsteigen.

Im April war die Wolke in eine Höhe von bis bis zu 10.000 Metern gelangt. Wegen der Aschewolke aus dem isländischen Vulkan Eyjafjallajökull waren Mitte April fast sechs Tage lang weite Teile des europäischen Luftraums gesperrt worden. Zehntausende Flugausfälle führten zu Schäden in Milliardenhöhe.

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