Mi, 13. Dezember 2017

Kritik wird lauter

07.05.2010 16:55

Flughafen-Manager beziehen trotz Krise fette Boni

Milliardenverluste für die Luftfahrt, die Passagierzahlen im Trudeln und das Skylink-Desaster im Visier des Staatsanwalts. Und dann beschließt der Aufsichtsrat des Schwechater Flughafens noch Bonuszahlungen für die drei Vorstandsdirektoren! Die Kritik am Vorgehen der Manager wird lauter.

Vorwürfe waren zuletzt gegen die Vorstände Ernest Gabmann (ÖVP) und Herbert Kaufmann sowie Gerhard Schmid (SPÖ) in einem anonymen Brief aufgetaucht. Rechtsanwalt Christoph Herbst, der Präsident des Aufsichtsrates, ging den Behauptungen in dem Schreiben nach und versprach lückenlose Aufklärung. Landeshauptmann Erwin Pröll – er ist Eigentümervertreter des Landes Niederösterreich – hat die Diskussion mit Befremden verfolgt. Ein Vorstand am Flughafen Wien verdient rund 250.000 Euro im Jahr, dazu kommt ein Bonus von 66 Prozent!

Landeshauptmann Pröll hat "null Verständnis"
Von der "Krone" zur Bewilligung der Sonderzahlungen befragt, meinte der wie immer wortgewaltige Pröll wie aus der Pistole geschossen: "Ich habe null Verständnis dafür, dass in der derzeitigen Situation über diese Zahlungen gesprochen wird. Die Herrschaften sollen sich auf die Arbeit für den Flughafen konzentrieren, da gibt es derzeit mehr als genug zu tun!" Ob sie gegen den Willen des Eigentümers auf die Bonuszahlungen bestehen werden. . .?

Während die Ermittler und der Staatsanwalt nach der Groß-Razzia rund um das Multi-Millionen-Baugrab Skylink die Unterlagen sichten, wurde nun bekannt, dass die erst im Februar eingesetzte neue Bauaufsicht schon wieder Geschichte ist. Hintergrund dürften Streitigkeiten auch über die Kosten zwischen dem Flughafen und der Firma sein. Die Schwierigkeiten bei dem Flughafenausbau nehmen also kein Ende.

von Harold Pearson und Christoph Budin, Kronen Zeitung
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